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So werden Bauherren zu Energieversorgern

Angesichts hoher Kosten für Heizung und Strom wird es interessant, sich von den Energieversorgern unabhängig zu machen und den eigenen Bedarf selbst zu decken. Auch für die Umwelt ist es gut, wenn Häuser zu Kraftwerken werden – Strom und Wärme werden aus regenerativen Energiequellen erzeugt und verursachen keine klimaschädlichen Emissionen. Eine wirtschaftliche Lösung, diesen Traum zu verwirklichen, heißt Plus-Energie-Haus.
 

Solche Gebäude weisen laut Definition des Bundesbauministeriums sowohl einen negativen Jahres-Primärenergiebedarf als auch einen negativen Jahres-Endenergiebedarf auf. „Wer ein Plus-Energie-Haus baut, ist nicht länger Energieverbraucher, sondern wird zum Energieerzeuger“, erklärt Dirk-Uwe Klaas, Bundesverband Deutscher Fertigbau (BDF).

Das klimaneutrale Haus

Klimaschutzziele der Bundesregierung sind, den Energieverbrauch von Gebäuden zu senken und die Stromerzeugung aus erneuerbaren Energiequellen auszubauen. Beides hat Konsequenzen für private Bauherren. Durch eine verschärfte Energie-Einsparverordnung steigen die Anforderungen an die Qualität von Neubauten: Ihre Energieverbrauchswerte wurden 2009 um 30 Prozent gesenkt und sollen in einer zweiten Stufe ab 2013 nochmals in der gleichen Größenordnung verringert werden. Der Anteil erneuerbarer Energien an der Stromversorgung soll dagegen auf 30 Prozent steigen.

Das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) verpflichtet die deutschen Energieversorger, aus regenerativen Quellen erzeugten Strom zu kaufen. Auch die Höhe der Vergütung legt das Gesetz fest: Sie ist höher, als der Bezug von Strom im normalen Tarif kostet. Wer eine Photovoltaikanlage auf dem Dach eines durchschnittlichen Einfamilienhauses betreibt, erhält 2012 eine Einspeisevergütung von 24,43 Cent je Kilowattstunde. Die Vergütung wird zwar jährlich gekürzt, doch zugleich werden die Photovoltaik-Module auch immer preisgünstiger.Wer Strom erzeugt und verkauft, macht also Gewinn. Doch auch wer seinen Strom selbst verbraucht, hat Vorteile. Dann wird nämlich zusätzlich eine Selbstverbrauchsvergütung von 12,43 Cent je Kilowattstunde gezahlt, sofern mehr als 30 Prozent des erzeugten Stroms im Gebäude genutzt werden, etwa für den Betrieb der Heiztechnik. Den Strom selbst hat man dann natürlich gratis.

So kommt das „Plus“ ins Plus-Energie-HausWer ein Plus-Energie-Haus bauen möchte, muss erneuerbare Energiegewinnsysteme einsetzen. Das sind in der Regel Photovoltaikanlagen, die Jahreserträge um die 1.000 Kilowattstunden pro kW Nennleistung bringen. Bei einer 60 Quadratmeter großen Anlage sind bei südlicher Ausrichtung und gutem Wirkungsgrad um die 3.500 Euro Einspeisevergütung pro Jahr drin. Wie viel Strom wirklich eingespeist und damit vergütet werden kann, hängt jedoch von individuellen Faktoren ab, etwa von der Lage des Hauses.Wer auf dem Land baut, kann auch eine kleine Windkraftanlage nutzen, die man sogar auf dem Dach montieren kann. Sie rechnet sich, wenn mindestens die Hälfte des Jahresertrags selbst verbraucht wird. Für Wärmegewinne aus Abwärme oder thermischen Solaranlagen kann es ebenfalls Energiegutschriften geben, wenn die Wärme zum Beispiel in ein öffentliches Fernwärmesystem eingespeist wird.Eine Rechnung des Ministeriums zeigt, dass 42 Quadratmeter Photovoltaikfläche ausreichend sind, um ein energieeffizientes Einfamilienhaus mit Luftwärmepumpe und Wohnungslüftung in ein Plus-Energie-Haus zu verwandeln. Diese Dachfläche steht bei einem durchschnittlichen Einfamilienhaus in der Regel zur Verfügung.Doch die Rechnung zeigt auch, dass Stromerzeugung allein bei Weitem nicht ausreicht, um den Standard zu erreichen. Eine insgesamt positive Energiebilanz setzt als ersten Schritt eine hocheffiziente Gebäudehülle voraus, welche die Wärmeverluste auf ein Minimum reduziert. Außerdem gehören fortschrittliche Elektroinstallationen und eine sparsame Haustechnik zum Standard.

Bundesverband Deutscher Fertigbau e.V. (BDF)
Flutgraben 2
53604 Bad Honnef
Tel: 02224 / 93 77-0
Fax: 02224 / 93 77-77
E-Mail: info@bdf-ev.de
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