Experten der Verbraucherzentrale bringen in Sachen Energieausweis Licht ins Dunkel. Denn noch immer können viele Hausbesitzer oder Wohnungseigentümer wenig mit diesem Papier einfangen. Dabei hat der Energieausweis viele Vorteile, gibt er doch Auskunft über den Energieverbrauch einer Immobilie und die Energieeffizienz.

Der Energieausweis ist vom Gesetzgeber vorgeschrieben und spielt vor allem beim Hauskauf oder dem Erwerb einer Eigentumswohnung eine Rolle, zugleich auch bei der Vermietung von Wohnungen. Grundlage ist die Energieeinsparverordnung, kurz EnEV. „Eigentümer, Mieter und Käufer sollen so Klarheit über die zu erwartenden Energiekosten einer Immobilie erhalten“, heißt es dazu von der Verbraucherzentrale in Berlin.

Doch wissen Sie, welche Angaben ein Energieausweis konkret enthält? Ein wenig Nachhilfe liefert Tijana Roso. Sie ist Projektkoordinatorin Energie bei der Verbraucherzentrale Berlin. Zunächst: Energieausweise gibt es in zwei Formen – einmal als Verbrauchsausweis, zum anderen als Bedarfsausweis. „Der Verbrauchsausweis dokumentiert, wie viel Energie pro Quadratmeter Nutzfläche für Wärme und Warmwasserbereitung in der Vergangenheit verbraucht wurde“, erklärt Roso. Viel aussagekräftiger für die Energieeffizienz eines Gebäudes sei aber der Bedarfsausweis. „Dieser stellt anhand eines komplexen Berechnungsverfahrens den Energieverbrauch eines Gebäudes unter standardisierten Bedingungen dar.“ Die in dem Bedarfsausweis erfassten Daten seien somit unabhängig vom individuellen Nutzerverhalten.

Energieausweis mit Effizienzklassen

Wie effizient ein Haus oder eine Wohnung ist, wird mit Hilfe von Energieeffizienzklassen dokumentiert. Diese kennen viele Verbraucher bereits von Kühlschränken, Backöfen oder Fernsehern. Die Klassifizierungen reichen von A+ bis H, wobei die Klasse H die schlechteste Energieeffizienz bedeutet. Gleichzeitig enthält der Energieausweis Vorschläge, um die Energieeffizienz einer Immobilie zu verbessern.

Der Energieausweis ist verpflichtend bei Neubauten, Sanierungen, Verkauf oder Vermietung. Bei der Besichtigung einer Bestandsimmobilie muss das Dokument vorgelegt werden. Ausgestellt wird der Energieausweis von Fachleuten mit besonderer Qualifikation. Dazu gehören Architekten, Bauingenieure oder Schornsteinfeger. Der Ausweis ersetzt aber nach Darstellung der Berliner Verbraucherzentrale keine Energieberatung. Wer die darin empfohlenen Optimierungsvorschläge praktisch umsetzen will, sollte daher eine unabhängige Beratung in Anspruch nehmen. (gäd.)

Haus des Jahres 2017

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