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Die energetische Sanierung von Massivhäusern oder Fertighäusern hat auch ihre Tücken – behaupten zumindest Skeptiker und verbreiten Gerüchte, die Hausbesitzer in Zweifel bringen. In einer jetzt veröffentlichten Liste der „Sanierungsirrtümer“ sieht sich eine Allianz für Gebäude-Energie-Effizienz genötigt, gegen diese Behauptungen vorzugehen und das Bild der energetischen Sanierung gerade zu rücken.

Ganz oben auf der Liste steht die Behauptung, dass sich die energiesparende Sanierung eines Massivhauses oder Fertighauses nicht rechnet. Eine schlechte Planung sowie mangelhafte Umsetzung können in der Tat den Erfolg des Energiesparens beeinträchtigen. „Das ist die absolute Ausnahme“, sagt Stephan Kohler, Chef der Deutschen Energieagentur (dena) sowie Sprecher der Allianz für Gebäude-Energie-Effizienz. „Die Regel ist: Der Energieverbrauch älterer und unsanierter Wohngebäude lässt sich durch gute Dämmung, neue Fenster und eine effiziente Heizungs- und Lüftungstechnik um mehr als drei Viertel senken“, sagt Kohler. Auch der Vorwurf, dass die Wärmedämmung eines Gebäudes zu Schimmelbildung führen kann, wird von den Energiesparexperten widerlegt. „Schimmel entsteht, wenn Wände an bestimmten Stellen besonders stark auskühlen. Dort schlägt sich die in der Raumluft enthaltene Feuchtigkeit nieder – und schafft gute Bedingungen für Schimmel“, sagt Klaus Franz, der Präsident des Gesamtverbandes der Dämmstoffindustrie. „Eine fachmännisch ausgeführte Gebäudedämmung, die das Auskühlen der Wände verhindert, mindert daher die Gefahr der Schimmelbildung.“

Kopfschütteln reagieren die Fachleute auch auf das Klischee, dass eine energetische Gebäudesanierung zu Lasten einer guten Architektur geht. „Auf keinen Fall“, kontert Otto Kentzler, der Präsident des Zentralverbands des Deutschen Handwerks. „Für Baudenkmäler oder schöne alte Häuser gibt es spezielle Sanierungslösungen, die den architektonischen Charakter erhalten“, sagt Kentzler. Letztlich sehen sich die Energiefachleute gezwungen, auch im Zusammenhang mit energetisch sanierten Mehrfamilienhäusern klare Worte zu finden, in denen die Bewohner zur Miete leben. Richtig sei zwar, dass Sanierungskosten zunächst teilweise auf die Mieter umgelegt werden, aber im Zusammenhang mit den Energieeinsparungen deutlich weniger Betriebskosten zahlen.

 

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