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Energiesparen ist sinnvoll und notwendig – nicht nur der Umwelt, sondern auch dem eigenen Geldbeutel zuliebe. Einer Untersuchung zufolge wollen in diesem Jahr 50 Prozent der Deutschen bei den Ausgaben für Energie sparen. Bei der Frage, wie das am besten geht, ist jedoch die Unsicherheit groß und es halten sich hartnäckig viele falsche Meinungen.

„Den meisten Menschen ist zum Beispiel gar nicht klar, wie viel sich heute sparen lässt, wenn in Küche und Haushalt moderne Technik zum Einsatz kommt. Wer außerdem mit Kühlschrank und Waschmaschine richtig umzugehen weiß und ein paar grundlegende Dinge beachtet, dem eröffnet sich ein riesiges Einsparpotential“, erklärt Claudia Oberascher von der Initiative HAUSGERÄTE+ in Berlin. Die Initiative klärt deshalb über die zehn größten Energiesparirrtümer auf.

Irrtum Nr. 1: Der Wäschetrockner ist ein Energiefresser

Der Wärmepumpentrockner sagt derzeit dem schlechten Ruf des maschinellen Trocknens den Kampf an. Seine Energiebilanz kann sich sehen lassen: Der neuartige Wäschetrockner nutzt mit seiner Wärmepumpe die Wärme aus der Abluft und wird dafür mit der Energieeffizienzklasse A belohnt. Im Vergleich zu anderen handelsüblichen Trocknern spart er bei jedem Trockengang rund 50 Prozent Energie. Die neue Technologie ist damit nicht nur ökologisch sinnvoll, sondern schont langfristig auch die Haushaltskasse: Trocknet eine Familie im Jahr etwa 580 Kilogramm Wäsche, kostet das mit einem herkömmlichen Kondensationstrockner etwa 60, mit einem  Wärmepumpentrockner hingegen nur rund 30 Euro (Quelle: test 10/2009). Vor allem, wenn das Gerät häufig im Einsatz ist, machen sich die Mehrkosten bei der Anschaffung so bald bezahlt.

Irrtum Nr. 2: Wäsche wird nur bei hohen Temperaturen richtig sauber

Normal verschmutzte Wäsche wird auch schon bei sehr niedrigen Temperaturen sauber: 40 statt 60, 30 statt 40 und bei leicht verschmutzter Wäsche reichen sogar manchmal 20 Grad. Bettwäsche und Handtücher müssen heutzutage nicht mehr gekocht werden – gut für die Haushaltskasse, denn der Waschgang bei 90 Grad benötigt etwa doppelt so viel Energie wie eine 60-Grad-Wäsche. Dass die Wäsche trotzdem sauber wird, hat zwei Gründe: Die heutigen Waschmittel verwenden Enzyme als Fleckenlöser. Diese zerlegen Eiweiße und Fette, aus denen die meisten Flecken bestehen. Zudem arbeiten moderne Waschmaschinen dank fortschrittlichster Technik extrem effizient und bieten durch eine Vielzahl von Waschprogrammen für jeden Bedarf immer die optimale Waschkraft.

Irrtum Nr. 3: Ein bisschen Eis im Gefrierschrank ist nicht schlimm

Lebensmittel geben Feuchtigkeit ab, die bei Minusgraden zu Vereisungen führt. Die Eisschicht wirkt wie Dämmmaterial und erhöht den Stromverbrauch. Schon ein Zentimeter Reifansatz steigert die Verbrauchswerte des Gefriergerätes um etwa 50 Prozent. Hochwertige Gefrierschränke machen dem „Energiefresser“ Eis mit der No-Frost-Technik den Garaus: Das Gefriergut wird mit gekühlter Umluft eingefroren und die Feuchtigkeit dabei kontinuierlich nach außen abgeführt. So bleiben Gefrierraum und Vorräte eis- und reiffrei, ein zeitaufwändiges Abtauen ist nicht mehr nötig.

Irrtum Nr. 4: Es ist egal, wo der Kühlschrank steht

Grundsätzlich gilt: Je kühler der Standort, desto geringer der Stromverbrauch – eine Verringerung der Raumtemperatur um nur ein Grad senkt den Stromverbrauch bei Kühlgeräten um etwa sechs, bei Gefriergeräten um drei Prozent. Als Faustregel gilt also: Kühlgeräte immer an einem möglichst kühlen Ort aufstellen. Außerdem sollten sie niemals neben einer direkten Wärmequelle stehen, sei es der Heizkörper oder auch die direkte Sonneneinstrahlung. Beim Gerätekauf darauf achten, dass die Klimaklasse zum späteren Standort passt: Sie findet sich auf dem Typenschild und gibt an, bei welchen Umgebungstemperaturen die Geräte optimal arbeiten. Die Klimaklassen SN und N sind hierzulande üblich.

Irrtum Nr. 5: Die Temperatur im Kühlschrank sollte möglichst kalt sein

Auch Kühlschränke der sparsamsten Energieeffizienzklasse A++ verbrauchen unnötig Strom, wenn die Temperatur zu niedrig eingestellt ist. Die ideale Lagertemperatur für die meisten Lebensmittel liegt bei fünf bis sieben Grad Celsius. Es gibt aber auch Lebensmittel, die es lieber kälter mögen. Wer Kühlschrankabfall vermeiden will, sollte sich deshalb für ein Mehr-Zonen-Kühlgerät mit so genannten Kaltlagerfächern entscheiden. Es bietet für alle Bedürfnisse die optimalen Lagerbedingungen: Obst und Gemüse, Milchprodukte, Fleisch und Wurstwaren bleiben in der niedrig temperierten Zone knapp über 0 Grad bis zu dreimal länger frisch als im normalen Kühlbereich. Elektronisch gesteuerte Kühlgeräte besitzen außerdem pro Zone einen Temperaturfühler. So kann die eingestellte Temperatur exakt eingehalten werden. Praktisch ist eine außen angebrachte, übersichtliche Bedienblende mit Display und digitaler Temperaturanzeige, die jederzeit über die Innentemperatur oder Störungen informiert.

Irrtum Nr. 6: Solange der Kühlschrank noch läuft, lohnt sich ein Austausch nicht

Auch wenn ein Altgerät noch einwandfrei funktioniert, sprechen viele Aspekte für eine Neuanschaffung. Kühl- und Gefriergeräte beispielsweise sind die drittgrößten Energiefresser im Haushalt, übertroffen nur von der Heizung und der Warmwasserbereitung. Bedenkt man außerdem, dass der Kühlschrank rund um die Uhr läuft, lohnt es sich erst recht, ein energieeffizientes Neugerät der Klasse A++ anzuschaffen: Das verbraucht rund 70 Prozent weniger Energie als ein 15 Jahre alter Kühlschrankveteran. So lassen sich jedes Jahr rund 70 Euro sparen. Außerdem bieten moderne Geräte dank moderner Elektronik auch in punkto Komfort viele Annehmlichkeiten.

Irrtum Nr. 7: Geschirrspülen mit der Hand ist sparsamer als mit der Maschine

Ein guter Geschirrspüler arbeitet viel kostengünstiger als der Mensch, wenn er von Hand abwäscht – das hat die Universität Bonn in einer Studie festgestellt. Das manuelle Spülen ist bei der gleichen Geschirrmenge im Durchschnitt etwa 30 Prozent teurer. Dazu kommt noch der Zeitaufwand: Reinigt man den Inhalt einer Spülmaschine mit der Hand, dauert das rund 80 Minuten, während für das Ein- und Ausräumen der Maschine insgesamt nur 15 Minuten anfallen. Richtig eingesetzt spart ein Geschirrspüler nicht nur Zeit und Arbeit, sondern auch Energie und Wasser.

Irrtum Nr. 8: Automatikprogramme beim Backofen oder dem Kochfeld sind Spielerei

Vergessen, das Nudelwasser herunter zu schalten? Der Kuchen zu dunkel gebacken? Der Braten trocken geworden? Solche „Fauxpas“ in der Küche sind ärgerlich, nicht zuletzt, weil sie unnötig Energie kosten. Bei modernen Backöfen hilft eine intelligente Elektronik mit Automatikprogrammen. Diese arbeiten mit voreingestellten Heizarten, Temperaturen und Zeiten und verbrauchen nur exakt so viel Energie, wie für einen optimalen Garprozess nötig ist. Besonders sinnvoll ist das bei Kombigeräten, zum Beispiel Backöfen mit integrierter Mikrowelle oder Dampf, deren Funktionen dank fein abgestimmter, fester Programme perfekt zusammenspielen. Bei Kochfeldern empfiehlt sich eine Ankochautomatik: Sie reduziert nach dem schnellen Aufheizen selbsttätig auf eine geringere Wärmezufuhr fürs Fortkochen. Auch das spart Energie.

Irrtum Nr. 9: Vorheizen des Backofens ist immer erforderlich

Bei den meisten Speisen kann auf das Vorheizen des Backofens verzichtet werden. Es gibt nur wenige Ausnahmen, zum Beispiel Biskuitrolle oder Pizza mit dünnem Boden – hier sollte der Ofen vorgeheizt werden, um ein besseres Ergebnis zu erzielen. Bei allen Heißluft- oder Umluftarten sorgt die bewegte Luft für ein schnelles Aufheizen des Garraums, Vorheizen ist deshalb gar nicht erforderlich. Auch beim Grillen empfiehlt es sich, das Grillgut gleich einzuschieben, damit die Infrarotstrahlung voll ausgenutzt werden kann.

Irrtum Nr. 10: Bei kurzen Garzeiten braucht man keinen Topfdeckel

Auf jeden Topf passt ein Deckel – und das ist auch gut so! Auch bei kurzen Garzeiten, wie zum Beispiel beim Eierkochen, spart es rund die Hälfte an Energie den Topf mit einem gut aufliegenden Deckel zu schließen. So kann nur wenig Dampf und damit Energie entweichen. Außerdem sollte man unnötiges „Topfgucken“ vermeiden, ein Deckel aus Glas oder Kochgeschirr mit Kochanzeige helfen dabei.

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