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Moderne Alarmtechnik sorgt für Sicherheit und Komfort

Tipps zum Einbau von Sicherheitstechnik von Joachim Schairer, Experte der Initiative für aktiven Einbruchschutz „Nicht bei mir!“

Man hört heutzutage viel vom „intelligenten Wohnen“. Was genau bedeutet das und was kann die Technik?

Joachim Schairer: Das „intelligente Wohnen“ bezeichnet den Einsatz von Geräten, Systemen oder Technologien, die mehr Komfort, Wirtschaftlichkeit und Sicherheit bieten. Das umfasst die Audio- und Videotechnik, Beleuchtungs- und Sicherheitstechnik oder die Steuerung der Heizungstechnik. Um Energie zu sparen, kann man beispielsweise seine Heizung bequem über Smartphone oder Internet steuern.

Bei Wasserschäden, bei einem Einbruch oder einem Stromausfall sendet das System eine Störungsmeldung – entweder direkt an den Bewohner oder eine Hilfe leistende Stelle. Sie brauchen somit keine Angst mehr zu haben, dass der Gashahn offen steht, das Bügeleisen brennt oder der Waschmaschinen-Schlauch platzt.

Welche intelligente Haustechnik ist sinnvoll und was ist technische Spielerei?

Schairer: Wenn mir mein Kühlschrank sagt, was ich einkaufen soll oder ich auf dem Heimweg per Handy schon mal die Kaffeemaschine einschalte – das sind für mich technische Spielereien. Empfehlenswert ist allerdings eine kombinierte Einbruch- und Brandmeldeanlage, gegebenenfalls mit Überfallmelder und ergänzt mit „technischen“ Meldern für Gas und Wasser. Außerdem sinnvoll: Eine Beleuchtungssteuerung, mit der man Anwesenheit simuliert und damit potentielle Einbrecher abschreckt.

Warum sollte man sich eine Alarmanlage einbauen lassen?

Schairer: Eine Alarmanlage erhöht objektiv und subjektiv das Sicherheitsgefühl. Erwiesen ist: Wenn das Vorhandensein einer Alarmanlage von außen erkennbar ist, hat sie eine abschreckende Wirkung. Außerdem warnt sie den Bewohner vor unliebsamen Eindringlingen. Die Statistik beweist: 40 Prozent der Einbrüche scheitern an Sicherheitstechnik.

Was kostet eine Alarmanlage?

Schairer: Es ist schwierig, eine Kostenspanne zu benennen. Der Preis ergibt sich aus dem eigenen Anspruch. Wie beim Autokauf, für den einen muss es eine neue Oberklasse-Limousine sein, dem anderen reicht der gebrauchte Kleinwagen. Für eine Alarmanlage inklusive Planung und Installation sollte man bei einem Einfamilienhaus aber rund 5.000 Euro einplanen.

Hand aufs Herz – bei mir ist nicht viel zu holen. Lohnt sich der Einbau einer Alarmanlage überhaupt?

Schairer: Das Argument „Bei mir ist ja eh nichts zu holen“ ist ein Schein-Argument, gar ein Mythos. Ein Einbrecher weiß ja nicht vorher, ob es sich für ihn lohnt. In der Regel ist das größte Problem auch nicht der Sachschaden, der nach einem Einbruch entsteht, sondern vielmehr die psychischen Probleme. Vor einem Einbruch in die Privatsphäre schützt am besten eine Kombination aus elektronischer und mechanischer Sicherheitstechnik.

Was passiert genau, wenn ein Alarm gemeldet wird?

Schairer: Die Warnung wird zumeist lautlos an die Hilfe leistende Stelle weitergeleitet, in der Regel ist dies ein privater Wach- und Sicherheitsdienst. Dieser fährt raus, überprüft den Hinweis und alarmiert die Polizei, wenn tatsächlich ein Einbruch vorliegt. Ein lauter Alarm mit Sirene und Blitzleuchte hilft auch, denn er kann die Einbrecher von der weiteren Ausführungen ihrer Tat abhalten und schreckt die Nachbarn auf. Diese können nachschauen und Hilfe holen, etwa wenn die Bewohner verreist sind. Die Kombination aus lautem und stillem Alarm ist am sinnvollsten.

Wie vermeide ich, dass meine Nachbarn durch den Krach eines Falschalarms umsonst aufgeschreckt werden?

Schairer: Wenn die Planung und Installation fachmännisch vorgenommen wurde, arbeitet diese zuverlässig. Falschalarme kommen so gut wie gar nicht vor. Bei „billigen“ Anlagen kann es zu Beeinflussungen durch beispielsweise starke Temperaturveränderungen oder elektromagnetische Strahlung kommen, die zu Falschalarmen führen. Hochwertige Anlagen hingegen können unterscheiden, ob es sich um die Wärme eines Menschen, eines Heizkörpers oder eines Tieres handelt. Ich rate jedem, der noch unsicher ist: Suchen Sie das Gespräch mit dem Fachmann und klären Sie ab, welche Sicherheitstechnik die richtige für Sie ist.

Initiative „Nicht bei mir!“

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