Mehr Rechte für Bauherren hat der Bauherren-Schutzbund (BSB) im Zusammenhang mit dem Bauvertragsrecht eingefordert. Die Verbraucherschutzorganisation plädiert in einer Stellungnahme für „eine zeitnahe Verabschiedung des Gesetzentwurfes zur Reform des Bauvertragsrechts“. Diese sorge für ein Mehr an Rechtssicherheit und Verbraucherschutz. Derzeit würden sich private Bauherren mit zahlreichen Gesetzeslücken konfrontiert sehen, erklärt der BSB.

In dem Gesetzentwurf, der sich aktuell zur Beratung in den Ausschüssen des Deutschen Bundestages befindet, sich unter anderem ein Widerrufsrecht für Bauverträge, eine Baubeschreibungspflicht, die Begrenzung der Absicherung des Vergütungsanspruchs des Werkunternehmers und die Verpflichtung zur Erstellung und Herausgabe von wichtigen Bauunterlagen enthalten. „Erlangen die verbraucherbauvertraglichen Regelungen Gesetzeskraft, profitieren tausende von privaten Bauherren davon“, sagt Florian Becker, der Geschäftsführer des Bauherren-Schutzbundes e.V. „Das wäre eine sehr effektive und nachhaltige Förderung zur Schaffung von dringend benötigtem Wohnraum.“ Wohnungspolitisch verfolgt die Bundesregierung das Ziel, jedes Jahr mindestens 300.000 neue Wohnungen zu bauen – ein Drittel davon durch Investitionen privater Bauherren in Eigenheime und Eigentumswohnungen.

Bauvertragsrecht: alte Regelungen zum Nachteil der Bauherren

Bis Inkrafttreten des neuen Bauvertragsrechtes sind private Bauherren aber noch im Nachteil. Bislang sei das Risiko, in eine baurechtliche Auseinandersetzung zu geraten, nach Angaben des Bauherren-Schutzbundes groß. So wurde bei der Auswertung von über 1.300 baurechtlichen Mandaten mit Verbrauchern ein durchschnittlicher Streitwert von rund 26.000 Euro ermittelt. Allein die Kosten gerichtlicher Rechtsverfolgung liegen durchschnittlich bei 5.700 Euro. Hinzu kommen beispielsweise Gutachterkosten in Höhe von durchschnittlich 3.800 Euro. „Die im Gesetzentwurf vorgesehenen verbraucherbauvertraglichen Regelungen sind bei allen Interessengruppen unumstritten“, sagt Becker weiter. „Vor diesem Hintergrund sollte ein zügiger Abschluss des Gesetzgebungsverfahrens für mehr Verbraucherschutz möglich sein.“ (bsb/ gäd.)

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