Wer wegen Streitigkeiten in Sachen Baurecht in Konflikt mit Bauträgern oder Baufirmen gerät, sollte eine gut gefüllte „Kriegskasse“ haben. Nach Angaben des Bauherren-Schutzbund e.V. (BSB) liege der Streitwert im Schnitt bei 26.000 Euro. Das geht aus einer Untersuchung des BSB und des Instituts für Bauforschung e.V. Hannover (IfB) hervor.

Bei rechtlichen Auseinandersetzungen können sich nach Darstellung des BSB für private Bauherren erhebliche Kosten ergeben. Die durchschnittlichen außergerichtlichen Rechtsverfolgungskosten liegen bei 1.300 Euro, die gerichtlichen Rechtsverfolgungskosten im Schnitt bei 5.700 Euro. „Für eine Gutachtenerstellung muss im Mittel mit 3.800 Euro gerechnet werden“, erklärt der BSB. Richtig ins Geld geht ein sogenanntes Selbständiges Beweisverfahren. Die Durchschnittskosten werden mit rund 9.300 Euro angegeben. Florian Becker, der Geschäftsführer des BSB, sagt: „Baurechtsstreite stellen ein erhebliches Kostenrisiko für Verbraucher dar.“

Baurecht: Immer häufiger Streit

Grundlage für die Zahlen ist die Auswertung von 1.344 abgeschlossenen baurechtlichen Mandaten mit Verbrauchern aus den Jahren 2014 und 2015. „Dabei kam es in 42 Prozent der Fälle zu Streitigkeiten mit Bauträgern“, erklärt der BSB. In fast jedem fünften Bauvorhaben (18%) stritten die Bauherren mit Architekten. Der Bauherren-Schutzbund beobachtet zudem einen Anstieg von Auseinandersetzungen auf Basis des Baurechts. Die Studienergebnisse seien auch ein Beleg für die derzeit unzureichende Rechtslage für private Bauherren. Verbrauchern wird empfohlen, vor Vertragsabschluss den Bauvertrag und die Bau- und Leistungsbeschreibung von Fachleuten gründlich prüfen zu lassen. (bsb/gäd.)

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