Die Bauabnahme nicht auf die leichte Schulter nehmen

Wenn der lange Weg zum Haus endlich kurz vor seinem Abschluss steht, kann es vielen Bauherren mit dem Einzug in die eigenen vier Wände gar nicht schnell genug gehen. Doch vor die Übergabe hat der Gesetzgeber die Bauabnahme gesetzt. Diesem Meilenstein in einem Bauprojekt sollte man höchste Aufmerksamkeit widmen, denn er hat erhebliche Rechtsfolgen. Denn ist die Abnahme erst einmal erfolgt, hat der Bauherr damit das Werk als im Wesentlichen vertragsgerecht anerkannt. Damit erlischt der Erfüllungsanspruch des Bauherren gegenüber dem Bauunternehmer, und die Gewährleistungszeit beginnt.
 

„Vor der Bauabnahme liegt die Beweislast für ein mängelfreies Werk beim Bauunternehmer, danach liegt die Beweislast beim Bauherrn“, erläutert Manuela Reibold-Rolinger, Vertrauensanwältin der Verbraucherschutzorganisation Bauherren-Schutzbund e.V. (BSB). „Die Unterzeichnung des Abnahmeprotokolls ist eine Rechtshandlung mit erheblichen Folgen, daher muss der Bauherr etwaige Ansprüche schriftlich erklären.“

Etwaige Ansprüche schriftlich fixieren

Vorhandene Mängel sollte der Bauunternehmer im Abnahmeprotokoll anerkennen. Sie müssen ausdrücklich schriftlich aufgenommen sein, auch eventuell im Bauvertrag vereinbarte Vertragsstrafen sollte man sich schriftlich vorbehalten. Mit dem Protokoll entstehen Ansprüche auf die Beseitigung der Mängel. Nach Fristsetzung können sie auch durch ein anderes Unternehmen beseitigt werden, wenn der Vertragspartner in Verzug kommt.

Fachkenntnis und Erfahrung vonnöten

Da den meisten Bauherren die Fachkenntnis fehlt, um alle Mängel zum Zeitpunkt der Abnahme sicher festzustellen, ist es dringend anzuraten, einen unabhängigen Bausachverständigen hinzuzuziehen. Aufgrund seiner Fachkenntnis und Erfahrung kann er beurteilen, welche Mängel vorhanden sind. Dokumentiert er sie im Abnahmeprotokoll, haben Bauherren eine wesentlich bessere Rechtsposition. Ein unabhängiger Experte schützt auch vor typischen Fehlern, wie Teilabnahmen einzelner Gewerke oder so genannten „Stillen Abnahme“. Wer durch „schlüssiges Handeln“ wie den Einzug das Bauwerk als im Wesentlichen mangelfrei anerkennt, beraubt sich wichtiger juristischer Möglichkeiten. (djd/pt).

Der Bauherren-Schutzbund in der Region Köln:

Regionalbüro Köln
Dipl.-Ing. Rainer Bauer
Spiesergasse 2
50670 Köln
Tel.: 0221 / 917 17 04
Fax: 0221 / 917 17 05
E-Mail: office@bsb-ev.de
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