Neues Bauvertragsrecht, Änderungen in Sachen Hausbauförderung: Das gerade begonnene neue Jahr 2018 bringt für angehende Hausbesitzer viele Neuerungen mit sich. In erster Linie hat der Gesetzgeber bei den rechtlichen Aspekten nachgebessert. Der Bauratgeber Deutschland verrät, was sich ändert und was man als Bauherr beachten sollte.

Nach Einschätzung der Experten des Baufinanzierungsmaklers Interhyp bringt das neue Bauvertragsrecht mehr Planungssicherheit für Bauherren. Eigens dafür wurden entsprechende Passagen im Bürgerlichen Gesetzbuch geändert. „Die künftig notwendige verständliche und präzise Baubeschreibung sowie die Nennung des verbindlichen Fertigstellungsdatums sollten sich vereinfachend bei der Kreditbeantragung sowie bei den Bereitstellungszinsen auswirken“, sagt Mirjam Mohr, Vorstandsmitglied der Interhyp AG.

Ab diesem Jahr haben Bauherren einen gesetzlich verbrieften Anspruch auf eine präzise Baubeschreibung. Darin müssen Angaben zu Art und Umfang der angebotenen Leistungen, Pläne mit Raum- und Flächenangaben, Gebäudedaten oder Grundrisse ebenso enthalten sein wie Informationen zum Energie- und Schallschutzstandard. Weiterer Vorteil: Mit den Angaben lassen sich die Gesamtkosten für den Bau eines Hauses besser abschätzen. Gerade in der Vergangenheit hatten Bauherren das Problem, dass sich im Laufe eines Bauvorhabens Mehrkosten ergeben haben.

Vertreter der BHW Bausparkasse sehen in dem neuen Bauvertragsrecht einen wichtigen Schritt in Richtung Bauherren. Baufirmen müssten ihre Kunden zukünftig vor Vertragsunterzeichnung über ihre Rechte belehren und ihnen eine Widerrufsmöglichkeit einräumen. „Genau festgelegt ist zukünftig auch, welche Planungsunterlagen, bautechnischen Nachweise und Unternehmererklärungen Baufamilien oder Modernisierern vor Beginn und zur Fertigstellung des Bauvorhabens ausgehändigt werden müssen“, erklärt die BHW Bausparkasse. Das umfasse die Genehmigungsplanung ebenso wie EnEV-Nachweise, Unterlagen zur Instandsetzung und Nachweise für die KfW-Förderung.

Bauvertragsrecht: verbindliche Fristen!

Entscheidend sind nun auch verbindliche Fristen nach dem neuen Bauvertragsrecht. Neben der bereits erwähnten Baubeschreibung haben Bauherren einen Anspruch darauf, eine verbindliche Zusage zur Fertigstellung des Bauvorhabens zu bekommen. Obwohl zwar die Rechte der Bauherren gestärkt wurden, empfiehlt die BHW Bausparkasse, das Bauvorhaben von einem Sachverständigen begleiten zu lassen: „So lassen sich Rechtsstreitigkeiten von vornherein vermeiden.“

Änderungen auch bei Förderanträgen

Hausbesitzer, die Anspruch auf einen Zuschuss aus dem Programm „Heizen mit erneuerbaren Energien“ haben, sollten diesen Antrag stets vor Beginn stellen. Das rät Marlies Hopf, die Leiterin des Energieprojektes bei der Verbraucherzentrale Brandenburg. Gleichzeitig weist sie auf weitere Neuerungen hin: So werde altersgerechtes Umbauen wahrscheinlich wieder bezuschusst: „Alles deutet darauf hin, dass die KfW 2018 wieder Maßnahmen unterstützt, die die Barrierefreiheit von Wohnungen verbessern und dem Schutz vor Einbruch dienen“, erklärt Hopf. (gäd.)

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