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„Eltern haften für ihre Kinder“ – das ist einer der größten Rechtsirrtümer. Denn auch Bauherren tragen für Schäden auf der Baustelle Verantwortung und haften mitunter, wenn jemandem auf einer Baustelle etwas passiert. „Eltern haften nur, wenn sie nachweislich ihre Aufsichtspflicht verletzt haben“, sagt Sonja Renye von der R+V Versicherung. Der Bauherr müsse zudem sein Gelände ausreichend sichern. Nutzt ein Kind einen Moment, um auf eine Baustelle zu gelangen, kann den Eltern in der Regel daraus noch kein Vorwurf gemacht werden.

Das Infocenter der R+V Versicherung hat die wichtigsten Informationen rund um das Thema Baustelle und Haftung zusammengetragen. So müssen Kinder unter sieben Jahren nicht für einen Schaden aufkommen, den sie verursacht haben. Die Eltern können nur dann in die Pflicht genommen werden, wenn die Aufsichtspflicht verletzt wurde. „Bei einem sonst vernünftigen Sechsjährigen genügt es beispielsweise, wenn sich ein Elternteil in der Nähe aufhält und regelmäßig nach ihm schaut“, erklärt die R+V Versicherung. „Nutzt er einen unbeobachteten Moment aus, um auf der Baustelle etwas anzustellen, geht der Geschädigte möglicherweise leer aus.

Anders stellt sich die rechtliche Situation bei Kindern zwischen sieben und 17 Jahren dar, wenn diese auf eine Baustelle gelangen. Die Haftung hänge von der persönlichen Reife und Entwicklung ab, erklärt Sonja Renye von der R+V Versicherung. „Die Schuldfrage wird im Einzelfall entschieden.“ Wurde ein Schaden nicht vorsätzlich verursacht und der Geschädigte an Anspruch auf Schadenersatz, springt die Familienhaftpflichtversicherung ein.

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