Haus des Jahres 2019

Die Baubranche hat schon seit 1997 eigene Mindestlöhne. Damals wurden sie eingeführt, um einheimische Arbeitskräfte vor Billigarbeitskräften aus dem Ausland zu schützen und unfairen Dumpinglöhnen entgegenzuwirken. Dabei wurde der Bau-Mindestlohn von der Bundesregierung für allgemeinverbindlich erklärt und gilt auch für nicht tarifgebundene oder ausländische Baufirmen. Ab 2018 soll der Mindestlohn in der Baubranche nun weiter angehoben werden. Was sich beim Mindestlohn in der Baubranche ändert und welche Auswirkungen das voraussichtlich für Bauherren hat, erfahren Sie in diesem Artikel.

Was sich ab 2018 beim Bau-Mindestlohn ändert

Kürzlich haben sich die IG-Bau (Industriegewerkschaft Bauen-Agrar-Umwelt) und die Arbeitgeberverbände der Baubranche auf einen neuen Mindestlohn geeinigt, der ab dem 1. Januar 2018 in zwei Schritten in Kraft treten soll. Für Hilfsarbeiter der Lohngruppe 1 steigt der Mindestlohn ab Januar 2018 bis März 2019 auf 12,20 Euro (entspricht ca. 4 % Lohnsteigerung pro Jahr), für Facharbeiter in Westdeutschland der Lohngruppe 2 auf 15,20 Euro bzw. in Berlin auf 15,05 Euro (entspricht jeweils ca. 1,7 % Lohnsteigerung pro Jahr), wobei der Tarifvertrag bis Ende 2019 gilt.

Derzeitiger Mindestlohn:

  • Lohngruppe 1 West: 11,30 €
  • Lohngruppe 2 West: 14,70 €
  • Lohngruppe 1 Ost: 11,30 €
  • Lohngruppe 2 Berlin: 14,55 €

Mindestlohn ab 1. Januar 2018:

  • Lohngruppe 1 West: 11,75 €
  • Lohngruppe 2 West: 14,95 €
  • Lohngruppe 1 Ost: 11,75 €
  • Lohngruppe 2 Berlin: 14,80 €

Mindestlohn ab 1. März 2019:

  • Lohngruppe 1 West: 12,20 €
  • Lohngruppe 2 West: 15,20 €
  • Lohngruppe 1 Ost: 12,20 €
  • Lohngruppe 2 Berlin: 15,05 €

Die neuen Mindestlöhne sind allgemeinverbindlich und gelten für alle Arbeitnehmer der Baubranche, auch wenn das Unternehmen nicht tariflich gebunden ist. Ausnahmen sind nur Jugendliche ohne Berufsausbildung und Reinigungspersonal, das in den Unternehmensräumen tätig ist.
Dabei gilt der Mindestlohn der Arbeitsstelle, sodass auswärts beschäftigte Arbeitnehmer Anspruch auf den Mindestlohn ihres Einstellungsortes haben. Nur wenn der Mindestlohn des auswärtigen Arbeitsortes höher liegt, hat der Arbeiter einen Anspruch auf diesen erhöhten Mindestlohn für die Zeitspanne, in der er dort tätig ist.

Was bedeutet das für Bauherren?

Zwar sind es auf den ersten Blick nur ein paar Cent pro Arbeitsstunde. Wenn der Mindestlohn für Bauarbeiter jedoch steigt und damit die Lohnkosten für die Bauunternehmen anziehen, werden in absehbarer Zeit sicher auch die Preise für die Bauleistungen ansteigen. Denn die Unternehmer werden es sich nicht nehmen lassen, die Kostensteigerungen durch die höheren Löhne auf ihre Kunden abwälzen. Da der Mindestlohn im Baugewerbe aber in zwei Stufen ansteigen soll, werden die Preisanstiege 2018 vermutlich noch relativ moderat ausfallen.

Aktuell Bau GmbH

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