Gute Nachricht für Hausbesitzer und Mieter: Laut Verbraucherzentrale sinkt im kommenden Jahr die Umlage nach dem Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG-Umlage) für Strom aus Windkraft und Sonne gegenüber dem Jahr 2017 um 1,3 Prozent. Sie beträgt dann nur noch 6,792 Cent pro Kilowattstunde. Damit sinkt diese Umlage zur Förderung Erneuerbarer Energien erst zum zweiten Mal seit ihrer Einführung im Jahr 1998, wobei sich das Absinken um 1,3 % kaum merklich auf die Strompreise auswirken wird. Zumindest kann jedoch mit stabilen Strompreisen gerechnet werden.

Wissenswertes zur EEG-Umlage

Durch das Erneuerbare-Energien-Gesetz 2017 wird die Vergütung für Strom aus Erneuerbaren Energien nicht mehr wie früher staatlich festgelegt, sondern die Umlage wird von den Netzbetreibern durch Ausschreibungen am Markt ermittelt. Entsprechend wird sie aus der Differenz zwischen dem Preis, den Energieerzeuger für ihren Strom erhalten, und den garantierten Abnahmepreisen für Ökostrom errechnet. Dabei werden die voraussichtlichen Einnahmen an der Strombörse und die voraussichtlichen Ausgaben fürs Folgejahr von den Netzbetreibern geschätzt. Auf Basis des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG) und der sogenannten Ausgleichsmechanismus-Verordnung wird die EEG-Umlage nach der Schätzung festgelegt und im Oktober fürs Folgejahr bekanntgegeben.

Dabei werden die Kosten für die EEG-Umlage vor allem durch netzstabilisierende Maßnahmen in die Höhe getrieben. Denn die Nachfrage nach Ökostrom steigt stetig und immer mehr Wind- und Sonnenstrom drängt ins Stromnetz. Gleichzeitig ist die Stromerzeugung aus Erneuerbaren Energien nur schwer vorauszusagen und zu kalkulieren, sodass kostenintensive Ausgleichsmaßnahmen erforderlich sind. So kam es bisher immer wieder vor, dass die Energieunternehmen in den Netzbetrieb eingreifen mussten, indem sie zum Beispiel Reservekraftwerke einschalten mussten. Solche netzstabilisierende Maßnahmen kosten die Netzbetreiber viele Hundert Millionen Euro im Jahr und machen ca. 60 % der Netzentgelte aus.
Dabei besteht der größte Teil der EEG-Umlage jedoch aus Kosten, die nicht von den privaten Endverbrauchern getragen werden müssen. Mitte 2017 hat der Bundestag zudem beschlossen, die Netzentgelte schrittweise bundesweit zu vereinheitlichen, um regionale Unterschiede zu verringern und für mehr Verteilungsgerechtigkeit zu sorgen.

Zusammensetzung des Strompreises

Laut Monitoringbericht 2016 der Bundesnetzagentur setzen sich die Strompreise ungefähr folgendermaßen zusammen:

  • 20,5 % Kosten für Energiebeschaffung, Vertrieb und sonstige Kosten
  • 23,2 % Steuern (inkl. Mehrwertsteuer und Stromsteuer)
  • 22,4 % Nettonetzentgelt
  • 2,9 % Messung, Messstellenbetrieb und Abrechnung
  • 5,7 % Konzessionsabgabe
  • 22,4 % Umlage nach dem Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG-Umlage)
  • 1,6 % Umlage nach dem Kraft-Wärme-Kopplungsgesetz (KWKG)
  • 1,3 % Umlage nach § 19 der Strom-Netzentgeltverordnung
  • 0,1 % Umlage Offshore-Haftung (0,1 Prozent)
Haus des Jahres 2017

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