Ökostrom ist gleich Ökostrom? Von wegen! Doch wie findet man guten „grünen“ Strom? Um die Qualität des alternativen Stroms zu messen, gibt es diverse Gütesiegel. Doch auch diese Siegel legen unterschiedliche Maßstäbe an.

Den richtigen Anbieter alternativer Energie finden

Damit Sie sich bei Ihrer Anbietersuche schnell zurecht finden, haben wir für Sie hier eine Auflistung mit den drei bekanntesten Ökostrom-Labeln zusammen gestellt. Wir wünschen Ihnen damit viel Erfolg!

Grüner Strom Label (GSL)

Hinter dem GSL-Ökostromzertifikat stecken eine Reihe von gemeinnützigen Friedensorganisationen, Umwelt- und Verbraucherschutzverbänden. Träger sind zum Beispiel der Naturschutzbund Deutschland (NABU), der Deutsche Naturschutzring (DNR), die Verbraucher Initiative und EUROSOLAR.Es werden zwei Klassen von Grüner Strom Labels verliehen. Das erste Label ist das GSL-Gold. Es wird vergeben, wenn es sich zu 100 Prozent um Strom handelt, der aus Sonnen-, Wind- oder Wasserkraft oder aus Biomasse und Klärgas (kein Deponiegas) gewonnen wird. Für diese Stromgewinnung gelten die Kriterien des Erneuerbare Energie Gesetzes (EEG) und der Biomasseverordnung. Das zweite Siegel ist das GSL-Silber. Es kennzeichnet Strom, der zu maximal 50 Prozent aus Kraft-Wärme-Kopplung und sonst aus regenerativen Quellen erzeugt wird.Das GSL akzeptiert keine RECS-Zertifikate (siehe unten), wodurch sie versuchen das „green washing“ bei Ökostrom zu unterbinden. Die Herkunft der Stromlieferungen aus erneuerbaren Energien muss nachgewiesen werden, um so eine Doppelvermarktung zu verhindern. Außerdem achtet GSL darauf, dass die Labelträger einen Sonderbeitrag für den Erhalt und Bau von Ökostrom-Anlagen erheben. Dieser muss mindestens 1 Cent/Kilowattstunde (netto) betragen.

Ökostrom-Siegel des TÜV Süd

Auch der TÜV Süd bietet verschiedene Ökostrom-Siegel an. Dabei gibt es zwei Siegel, das EE01 und das EE02, die Strom aus 100 Prozent erneuerbarer Energie zertifizieren. Das EE01 setzt außerdem voraus, dass mindestens 25 Prozent des gelieferten Stroms aus neuen Kraftwerken, die speziell für die alternative Energiegewinnung errichtet wurden, stammt. Es ist das meist vergebene Ökostrom-Zertifikat des TÜV.Das EE02 verlangt eine Zeitgleichheit zwischen Erzeugung und Verbrauch. Außerdem muss der „grüne“ Strom aus nachvollziehbaren Quellen kommen. Wenn dies der Fall ist, können zum Nachweis der Energiequellen auch RECS-Zertifikate (siehe unten) einbezogen werden. Ein weiteres TÜV-Siegel, UE01, zeichnet Strom aus, der mindestens zu 50 Prozent aus erneuerbaren Energien und der Rest aus Kraft-Wärme-Kopplung gewonnen wurde. Auch hier ist die Zeitgleichheit Bedingung und dass die erneuerbaren Energien zumindest zu einem Viertel aus neuen Kraftwerken stammen. Der TÜV achtet wie das GSL darauf, dass Preisaufschläge für den Ausbau alternativer Energiegewinnung dienen. Jedoch gibt es dafür keinen Mindestbeitrag.

OK-Power Label

OK-Power ist das Label des Vereins Energievision e.V., zu dessen Gründungsmitgliedern das Öko-Institut e.V., WWF Deutschland und die Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen gehören. Dieses Label wird nur an Firmen vergeben, die garantieren, dass ihre Produkte einen „zusätzlichen Umweltnutzen“ haben. Das bedeutet, dass mehr Ökostrom nachgefragt wird, als ohnehin durch öffentliche Förderungen erzeugt wird. Dadurch wird bewirkt, dass mehr Strom durch erneuerbare Energien erzeugt werden muss. Der Anbieter ist verpflichtet einen Mindestanteil in den Neubau von alternativen Kraftwerken oder gasbetriebener Kraft-Wärme-Kopplung zu investieren. Das OK-Power-Siegel lässt zu ihrer Bewertung RECS-Zertifikate (siehe unten) zu.Das OK-Power-Siegel wird an zwei Gruppen vergeben. Die erste Gruppe sind die „Händlermodelle“: Dabei werden Anbieter bewertet, die Strom aus alternativen Quellen oder zu maximal 50 Prozent aus Kraft-Wärme-Kopplung gewinnen. Ein Drittel des Stroms muss aus Anlagen stammen, die nicht älter als sechs Jahre sind, damit die Anreize zum Neubau von Ökostrom-Anlagen erhöht werden. Ein weiteres Drittel soll aus Anlagen kommen, die nicht älter als 12 Jahre sind. Der Strom aus beiden Quellen muss den Förderbereich des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG) überschreiten.Die zweite Gruppe entspricht den „Fondsmodellen“. Wesentlich ist hierbei, dass die Kunden einen Aufpreis zahlen, der in einen Förderfonds fließt für den Ausbau neuer alternativer Stromerzeugungsanlagen. Das Güte-Siegel stellt sicher, dass insbesondere solche Anlagen gefördert werden, die rechtmäßig ihren Strom einspeisen, aber unwirtschaftlich sind.

Zusatz: Was sind RECS-Zertifikate?

RECS steht für das Renewable Energy Certificate System. Es wurde entwickelt, um den Handel mit Ökostrom zu ermöglichen. Dies war notwendig, da Ökostrom aus den Anlagen in die herkömmlichen Stromnetze eingespeist wird und von da an nicht mehr vom konventionell erzeugten Strom unterschieden werden kann. Deshalb wurde das RECS eingeführt, das es möglich macht den Ökostrom gesondert zu verkaufen. Für eine Megawattstunde (MWh) produzierten Ökostroms wird ein RECS Zertifikat vergeben. Energieproduzenten und -versorger können mit den RECS-Zertifikaten handeln. Die Trennung zwischen dem physischen Strom und den Handelszertifikaten hat aber auch zur Folge, dass auch Energielieferanten, die eigentlich keinen Ökostrom selbst produzieren RECS-Zertifikate erwerben können. Auf diese Weise kann konventioneller Strom als Ökostrom dem Endverbraucher angeboten werden.

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