In bundesdeutschen Haushalten haben über die Jahre mehr und mehr Elektrogeräte Einzug gehalten. E-Herd, Kaffeevollautomat oder Kühlschrank sind nur wenige Beispiele. Ohne Waschmaschine kommt heute kaum ein Haushalt aus. Inzwischen besitzen – laut Statistischem Bundesamt – mehr als 96 Prozent eine Waschmaschine. Besonders in Mietwohnungen bequem ist die Nutzung eines Wäschetrockners. Letzterer erreicht zwar noch nicht die Reichweite der Waschmaschine. In den letzten Jahren hat sich eine wachsende Zahl von Haushalten aber für dessen Anschaffung entschieden.

Und wie bei der Waschmaschine sind auch beim Kauf eines Trockners verschiedene Fragen zu klären. Ein wichtiger Punkt betrifft die Funktionsweise – sprich ob ein Wärmepumpentrockner oder Kondensationstrockner die bessere Wahl ist. Was unterscheidet beide Varianten? Unter welchen Gesichtspunkten sollte ein Haushalt den Wäschetrockner miteinander vergleichen? Es geht hierbei nicht nur um die Anschaffungskosten, sondern auch die Frage, wie teuer der Unterhalt für den Trockner am Ende wird.

Kondensationstrockner – Funktion, Vor- & Nachteile auf einen Blick

Eines der wesentlichen Grundprobleme des Ablufttrockners ist das Erfordernis einer Entlüftungsmöglichkeit. Da der Trockner den natürlichen Trocknungsvorgang – über das Einströmen trockner, vorgewärmter Luft und die damit verbundene Feuchtigkeitsaufnahme – simuliert, muss die feuchte Prozessluft abgeführt werden. Einfache Ablufttrockner realisieren dies über einen Abluftschlauch ins Freie.

In Mietwohnungen und Mehrfamilienhäusern fehlen oft die entsprechenden baulichen Voraussetzungen. Die Idee: Prozessluft und Feuchtigkeit werden im Trockner über einen Kondensator getrennt. Hierzu wird mit dessen Hilfe die erwärmte, feuchte Luft unter den Taupunkt abgekühlt. Am Kondensator scheidet sich das Wasser aus dem Trocknungsprozess ab, wird gespeichert und anschließend (automatisch oder manuell) entnommen.

Vorteile Kondens-/ Kondensationstrockner:

  • Inbetriebnahme ohne Abluftschlauch
  • Aufstellung ohne Entlüftung möglich
  • Anbindung an Abwassersystem möglich

Nachteile Kondens-/ Kondensationstrockner:

  • im Vergleich zu anderen Abluftsystemen höher Energieverbrauch
  • manuelle Entleerung des Kondensatorbehälters
  • durch Flusen Verringerung der Effizienz
  • Feuchtigkeit kann mit Luft in die Umgebung gelangen – Schimmelgefahr

(Quelle: http://haushaltsgeraetetest.de/trockner/test-vergleich.html)

Wärmepumpentrockner – Funktion, Vor- & Nachteile auf einen Blick

Wie anhand der Nachteile unschwer zu erkennen ist, wird beim Kondensationstrockner gerade der Energieverbrauch zum Problem. Die größte Hürde besteht in der Tatsache, dass einmal „verbrauchte“ Luft nicht wieder in den Prozess eingebunden werden kann. Der Trockner muss Umgebungsluft entnehmen und diese erneut aufheizen.

Der Wärmepumpentrockner setzt an genau diesem Sachverhalt an. Entwickler nutzen hierbei die Möglichkeiten der Wärmepumpe. Im Trockner wird die Prozessluft vorgewärmt – und wie beim Kondensationstrockner durch die Trommel mit der feuchten Wäsche geführt. Anschließend gelangt diese auf die kalte Seite der Wärmepumpe. Das Kältemittel kühlt die Prozessluft ab und es kommt zur Kondensation von Wasser.

Anschließend gelangt die entfeuchtete Luft auf die warme Seite der Wärmepumpe. Hier wird diese erneut erwärmt und in den Trocknungsprozess eingebunden. Auf diese Weise entsteht ein Kreislauf, der – im Vergleich zum Kondensationstrockner – einige Vorteile mit sich bringt. Ein wesentlicher Fakt ist die Tatsache, dass keine befeuchtete Luft in die Umgebung gelangt. Damit lässt sich das Problem Schimmel umgehen.

Vorteile Wärmepumpentrockner:

  • geschlossener Kreislauf – geringer Energieverbrauch
  • niedriger Einfluss auf die Feuchte der Umgebungsluft
  • vergleichsweise niedriger Geräuschpegel

Nachteile Wärmepumpentrockner:

  • technisch komplexer Aufbau
  • deutlich höherer Preis als im Vergleich zum Kondensationstrockner
  • höherer Zeitaufwand

Was lohnt sich wann?

Wer sollte sich für welchen Trockner entscheiden? Generell haben beide Geräteklassen ihre Vorzüge und Nachteile. Haushalten ist anzuraten, sich an diesem Punkt nicht nur vom Preis leiten zu lassen. Andernfalls laufen Familien Gefahr, sich für die günstigen – aber im Unterhalt teureren Kondensationstrockner – zu entscheiden.

Anzuraten ist hier in jedem Fall der Blick auf die Verbrauchskosten. Achtung: Die für das Gerät gemachten Angaben zum Energieverbrauch je Jahr müssen immer hinterfragt werden. In der Praxis zeigt sich in vielen Lebensbereichen, dass die Modellberechnungen Erfahrungen der Haushalte letztlich nur begrenzt widerspiegeln können. Das EU-Energielabel ist letztlich ein Anhaltspunkt, den jeder Haushalt lesen sollte.

Letztlich kann der Minderverbrauch eines Wärmepumpentrockners aufs Jahr hochgerechnet eine Ersparnis von mehreren Dutzend Euro bedeuten. Aber: Den höheren Anschaffungspreis, der schnell bei 200 Euro Differenz zum Kondensationstrockner liegt, kann nicht jede Haushaltskasse stemmen. Es wird letzten Endes auf die Rahmenbedingungen und die persönlichen Ansprüche sowie den Aufstellort des Wäschetrockners ankommen.

Energiespartipps zum Wäschetrockner

Das Trocknen der Wäsche auf der Leine ist immer besser als der Griff zum Trockner. Diese Weisheit setzt sich in vielen energiebewussten Haushalten durch. Nicht jede Familie hat die Möglichkeit. Gerade in der kalten Jahreszeit ist die Wäscheleine oft keine Option. Mit ein paar Tipps behalten Haushalte dennoch die Kontrolle über ihren Verbrauch beim Trocknen.

  • Trommel richtig beladen: Der Trockner sollte immer optimal beladen werden. Ist zu wenig Wäsche in der Trommel, steigt der Verbrauch an Strom je Kilogramm Wäsche.
  • Richtiges Schleudern: Wird auf der Leine getrocknet, ist eine niedrige Drehzahl optimal. Anders beim Griff zum Trockner. Je besser die Wäsche geschleudert wird, umso weniger Energie verbraucht der Wäschetrockner.
  • Filter reinigen: Flusen und andere Rückstände setzen sich in den Filtern der Maschine fest. Im Ergebnis sinkt der Wirkungsgrad des Wäschetrockners.
  • Kein Übertrocknen: Wäsche sollte auf die Minute genau getrocknet werden. Ist der Trockner falsch eingestellt, wird zu viel Energie verbraucht.
waeschetrockner
Mit der richtigen Herangehensweise lässt sich mit dem Wäschetrockner letztlich einiges an Energie und vor allem Geld sparen. Die Wäsche sollte beispielsweise gut vorgeschleudert und der Trockner gut gefüllt werden.

Fazit: Beim Thema Wäschetrockner die richtige Entscheidung treffen

In mehr und mehr Haushalten wird Wäsche nicht mehr nur auf der Leine getrocknet – sondern mithilfe des Wäschetrockners. Machen sich Familien damit doch vom Wetter unabhängig. Aber: Die Entscheidung für einen Trockner sollte nicht leichtfertig fallen. Inzwischen haben sich verschiedene Geräteklassen mit ihren Vor- und Nachteilen am Markt etabliert. Wo die Möglichkeit fehlt, einen Abluftschlauch zu installieren, wird es auf einen Kondensations- oder Wärmepumpentrockner hinauslaufen. Letzterer ist zwar energieeffizienter – aber in der Anschaffung teurer. Dafür ist der Kondensationstrockner in der Wohnung nur bedingt gut aufgehoben, da die Raumfeuchte durch den Trockner doch spürbar steigen kann.

Abbildung 1: © KreF (CC0-Lizenz) / pixabay.com
Abbildung 2: © ErikaWittlieb (CC0-Lizenz) / pixabay.com

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