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Was wirkt sich auf die Zinsen einer Baufinanzierung aus?

Baufinanzierungen erfreuen sich nach wie vor einer sehr großen Beliebtheit. Dies liegt vor allem an der Tatsache, dass sich das Zinsniveau schon seit vielen Jahren auf einem historisch niedrigen Stand befindet. Auch wenn dies nicht immer so bleiben wird, gibt es dennoch viele Möglichkeiten, die Zinsen einer Baufinanzierung im eigenen Interesse zu beeinflussen. Welche Faktoren sich auf die Bauzinsen auswirken und was potenzielle Kreditnehmer diesbezüglich tun können, wird im Folgenden etwas genauer beschrieben.

Die Anbieter unterscheiden sich in ihrer Zinspolitik

Einer der wichtigsten Faktoren in Bezug auf die Bauzinsen ist natürlich die Wahl des richtigen Anbieters. Die Zinsunterschiede sind dabei mitunter enorm, was ein großes Sparpotenzial mit sich bringt. So kann bei einer Kreditsumme von 150.000 Euro bereits ein Zinsunterschied von 0,5 Prozentpunkten und einer Zinsbindung von 15 Jahren einen Kostenunterschied von über 7.000 Euro ausmachen. Dies zeigt sehr deutlich, wie wichtig es ist, die verschiedenen Banken zu vergleichen, um am Ende die Kosten für die eigene Baufinanzierung möglichst niedrig zu halten.

HinweisEs ist trotzdem wichtig, dass Kreditnehmer nicht nur auf den Zinssatz einer Baufinanzierung schauen. Ferner spielen nämlich noch viele weitere Leistungsmerkmale eine wichtige Rolle. Dazu gehören die angebotene Zinsbindung, etwaige Sondertilgungen oder spätere Ratenanpassungen.

Die eigene Bonität spielt ebenfalls eine wichtige Rolle

Darüber hinaus spielt auch die eigene Bonität eine äußerst wichtige Rolle für die Höhe der Zinsen einer Baufinanzierung. Dabei geht es um zwei verschiedene Aspekte:

  1. Die eigenen finanziellen Möglichkeiten

Hierbei stellt sich vor allem die Frage, wie viel Baukredit sich jemand überhaupt leisten kann. Zu diesem Zweck ist es wichtig, einen Kassensturz zu machen. In diesem Zusammenhang stellen Kreditnehmer also ihre kompletten regelmäßigen und sicheren Einnahmen und auf rechnen die fixen Ausgaben dagegen. Was unter dem Strich übrig bleibt, ist das Budget, welches zur Abzahlung monatlicher Kreditraten zur Verfügung steht. Je höher dieses Ergebnis ausfällt, desto besser lassen sich die finanziellen Möglichkeiten eines Kreditnehmers einschätzen. Eine gute Zahlungsfähigkeit belohnen die Banken dabei mit Zinsabschlägen, die eine Baufinanzierung günstiger machen.

  1. Das Zahlungsverhalten

Ein weiterer Faktor in punkto Bonität ist das bisherige Zahlungsverhalten des Kreditnehmers. Dieses äußerst sich in Bonitätsauskünften von Auskunfteien wie der SCHUFA. Negative Merkmale können hier schnell dafür sorgen, dass eine herkömmliche Baufinanzierung unmöglich wird.

Das Eigenkapital als weiterer wichtiger Faktor

Neben der Zinspolitik des Kreditanbieters und der Bonität des Kreditnehmers spielt auch das Eigenkapital eine wichtige Rolle. Dies liegt vor allem an der Tatsache, dass eine Baufinanzierung im Normalfall mit der Immobilie selbst besichert wird. Fallen also die Kreditzahlungen ausfallen, kann die Bank das Haus in einer Zwangsversteigerung verkaufen und aus dem Erlös die offenen Kreditzahlungen kassieren.

Das Eigenkapital sorgt hingegen dafür, dass die Beleihung einer Immobilie nicht so hoch ausfällt. Banken besichern Baufinanzierungen häufig nur bis zu 80% des Beleihungswerts einer Immobilie. Sie vergeben also maximal eine Kreditsumme, die 80% des Beleihungswertes entspricht, der im Regelfall niedriger liegt als der Kaufpreis. Dabei gilt: Je höher die Beleihung ausfällt, desto höher ist auch ein eventuelles Verlustrisiko für die Bank, wenn der Kredit nicht mehr zurückgezahlt werden kann. Da Eigenkapital die Beleihung senkt, sorgt mehr Eigenkapital am Ende also für eine geringere Beleihung und demnach für niedrigere Zinsen. Experten empfehlen hierbei nicht selten eine Eigenkapitalquote von 20-30% des Kaufpreises.

Die gewählte Zinsbindung wirkt sich auf den Zinssatz aus

Ein weiterer wichtiger Punkt in Bezug auf die Höhe der Zinsen einer Immobilienfinanzierung ist die gewählte Zinsbindung. In Niedrigzinsphasen wählen Interessenten gerne sehr lange Zinsbindungen von 15 oder 20 Jahren, um möglichst lange von konstant niedrigen Zinsen profitieren zu können. In diesem Zusammenhang sollten sie aber bedenken, dass eine längere Zinsbindung häufig auch mit gewissen kleinen Zinsaufschlägen verbunden ist. Hierbei ist es also wichtig, die richtige Balance zwischen Zinsaufschlag und benötigter Laufzeit zu finden.

Zusatzleistungen mit zusätzlichen Zinsaufschlägen

Neben der Zinsbindung sorgen auch noch andere Zusatzleistungen dafür, dass sich der Zinssatz für eine Baufinanzierung erhöhen kann. Dazu gehören vor allem folgende Aspekte:

  • Sondertilgungen: Sondertilgungen erlauben es dem Kreditnehmer, neben der vereinbarten Tilgung noch zusätzliche Rückzahlungen zu leisten. Dies ist vor allem deshalb sehr interessant, weil es die Restschuld senkt und somit die Zinskosten einer Baufinanzierung am Ende erheblich vermindern kann. Während heute Sondertilgungen von 5% pro Jahr keine Seltenheit sind, werden höhere Tilgungsmöglichkeiten nicht selten mit einem Zinsaufschlag versehen. Kreditnehmer sollten sich also nur dafür entscheiden, wenn sie sicher sind, dass sie diese Optionen auch wirklich in Anspruch nehmen können.
  • Ratenanpassungen: Wer in finanzielle Schwierigkeiten gerät, freut sich, wenn er Die Rate für seine Baufinanzierung eventuell absenken kann. Dies sorgt sofort für eine finanzielle Entlastung. Was im Normalfall jedoch nur gegen eine gewisse Gebühr überhaupt möglich ist, wird bei manchen Baufinanzierungen als Zusatzleistung angeboten. Doch Achtung: Dafür wird häufig ebenfalls ein Zinsaufschlag fällig, der über die gesamte Laufzeit hinweg gezahlt werden muss.
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Wer alle Punkte einer Baufinanzierung genau durchkalkuliert, spart am Ende viel Geld. Gerade die Einflussfaktoren auf die Bauzinsen sind sehr wichtig. Foto: @ StartupStockPhotos (CC0-Lizenz) / pixabay.com

Mit den richtigen Entscheidungen eine günstige Baufinanzierung finden

Wer vor einer Kreditentscheidung die Einflussfaktoren kennt, die sich auf die Zinsen einer Baufinanzierung auswirken, kann diese zumindest in einem gewissen Maße beeinflussen. Gerade der Vergleich verschiedener Anbieter und die optimale Auswahl der richtigen Leistungsmerkmale ist dabei ein wichtiger Faktor. Darüber hinaus erweist es sich in vielen Fällen immer wieder als sinnvoll, erst dann zu finanzieren, wenn ein gewisses Maß an Eigenkapital zur Verfügung steht. Dieses senkt die Beleihung und sorgt somit für günstigere Zinsangebote. Darüber hinaus ist die Restschuld nach einer Zwangsversteigerung auch für die Kreditnehmer deutlich geringer, so dass die Risiken insgesamt annehmbarer ausfallen. Wer es also schafft, eine Baufinanzierung zu finden, die voll und ganz den eigenen Bedürfnissen entspricht und darüber hinaus möglichst günstig ist, kann sich den Traum vom Eigenheim erfüllen, ohne den eigenen Geldbeutel zu stark zu belasten.

 

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