Aktuell Bau GmbH

Jeder hat es schon mal gehört: Das Bauen wird doch gefördert – man muss die Fördermittel nur beantragen! Da gibt es KfW, Riesterrente, Wohnungsbauprämie, Energieeffizienzförderung, und es soll sogar Baugeld vom Bürgermeister geben … Wie soll sich ein angehender Bauherr nur in diesem Förderdschungel zurechtfinden? Es gibt doch circa 6.000 Förderprogramme … welche sind für mich, meine Familie richtig und wie kann ich sie finden? An welche Bedingungen ist die Vergabe geknüpft?

Gut informieren über Fördertöpfe

Laut BHW Bausparkasse nehmen Energiespar-Modernisierer jedes Jahr rund 100 Millionen Euro an staatlicher Förderung nicht in Anspruch. Grund kann die unübersichtliche Vielzahl an Vorschriften, Zuschüssen und Darlehen sein. Bund und Länder haben insgesamt 500 Förderungen im Repertoire, weitere 5.500 werden je nach Wohnort von Kommunen und Energieversorgern angeboten.

KfW
Die KfW (Kreditanstalt für Wiederaufbau) wurde nach dem Zweiten Weltkrieg mit dem Ziel gegründet, den Wiederaufbau der deutschen Wirtschaft zu finanzieren. Die KfW, drittgrößte Bank Deutschlands und größte Förderbank untersteht direkt dem Finanzministerium.
Neben der Förderung von Mittelstand und Existenzgründern hat die KfW-Bankengruppe auch Baufinanzierung für Privatleute im Programm.
„Die KfW bietet im Bereich Bauen, Wohnen, Energiesparen ein breites Spektrum an Programmen, die zur Finanzierung von Investitionen in Wohnimmobilien dienen.“ erklärt Wikipedia. „Förderzwecke sind die Schaffung von Wohneigentum durch Wohneigentumsprogramme, die energetische Gebäudesanierung, das Modernisieren von Wohnraum, die Errichtung von sparsamen Neubauten, die Umstellung der Heizungsanlage auf erneuerbare Energien sowie Photovoltaikanlagen.“
Besonders beliebte Förderprogramme der KfW sind:

  • Energieeffizient Bauen: Der Kauf oder Bau eines KfW-Energie-Effizienzhauses wird durch ein Darlehen mit attraktiven Zinssatz und Tilgungszuschuss gefördert.
  • Energieeffizient Sanieren: Eine verbesserte Wärmedämmung, sowie die Installation von Solaranlagen zur Heizungsunterstützung wird bezuschusst. Seit März 2013 fördert die KfW auch die Errichtung und Erweiterung von Heizungsanlagen auf Basis erneuerbarer Energien in Wohngebäuden (z. B. solarthermische Anlagen, Biomasseanlagen, Wärmepumpen).

Zusätzliche Fördermöglichkeiten zeigt der Förderratgeber der KfW.
Welche Förderprogramme beim Neubau eines Hauses in Frage kommen, bzw. bei welchen energetischen Maßnahmen die KfW Unterstützung bietet, findet man in dieser animierten Grafik auf einen Blick: Programme für den Neubau.
Bei der Antragstellung ist noch zu beachten, dass manche Maßnahmen kombiniert werden können, andere dagegen sich ausschließen. Hier ist dringend Beratung zu empfehlen.

BAFA
Beim Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) gibt es keine direkte Neubauförderung, wohl aber Fördermittel, die für Besitzer von älteren Häusern geeignet sind, beispielsweise zur Heizungsoptimierung und Vor-Ort-Energieberatung.
Das BAFA fördert den Umstieg auf Heizen mit Erneuerbaren Energien wie Solarthermie, Biomasse und Wärmepumpe mit attraktiven Investitionszuschüssen. Auch KWK-Anlagen sind dabei. Sie erzeugen Strom und Wärme in einem Prozess und sind somit eine CO2-arme Kraftwerkstechnologie.

Bundesländer
Die einzelnen Bundesländer fördern mit Darlehen und Zuschüssen. Nähere Auskünfte erhalten Interessierte bei der zuständigen Landesbank. Oft ist die Vergabe an Einkommenshöchstgrenzen gebunden, sodass man sich bereits im Vorfeld schlau machen sollte, um nachher nicht leer auszugehen. Manchmal wird auch mehrjährige Selbstnutzung der Immobilie vorausgesetzt – also nichts für Kapitalanleger. Gute Karten haben dagegen junge Familien, besonders mit Kindern.
Baden-Württemberg hat zum Beispiel eine spezielle Förderung für Familien im Programm „Wohnen mit Kind“, in dem es eine Förderung für Eigenheime und Eigentumswohnungen gibt.
Hier heißt es schnell sein, denn wenn die aktuell verfügbaren Mittel ausgeschöpft sind, werden die Programme gestoppt.

Städte und Gemeinden
Die Kommunen wetteifern darum, junge Familien mit günstigem Bauland in ihre Gemeinde zu locken. Manche Gemeinden erlassen Kosten oder gewähren Preisnachlässe. Durch die Eigenheimförderung wollen insbesondere kleine Gemeinden einerseits die Abwanderung unterbinden als auch einen Anreiz für einen Zuzug in die Gemeinde bieten. Interessenten müssen ihren Wohnsitz in der Gemeinde angemeldet haben. Bei allen Programmen das Wichtigste: die Anträge müssen unbedingt vor Baubeginn gestellt werden, sonst geht man leer aus!
Informieren sie sich über die Förderbedingungen in Ihrer Gemeinde! Sehr komfortabel kann man die Datenbank „Baugeld vom Bürgermeister“ der Aktion pro Eigenheim durchsuchen. Aktuell werden 733 Städte und Gemeinden aufgeführt, die junge Familien beim Erwerb von Wohneigentum unterstützen.

Kirchen
Was kaum jemand weiß: sogar die Kirchen helfen bauwilligen Familien mit Erbbaurechten oder verbilligten Darlehen – sowohl die katholische als auch die evangelische Kirche. Insgesamt unterstützen 16 katholische Bistümer sowie 14 evangelische Landeskirchen bauwillige Familien beim Erwerb von Wohneigentum auf verschiedene Weise, z.B. mit günstigen oder gar zinslosen Darlehen.
Mit der Familien-Bauförderung des Erzbistums Köln ist vorerst leider Schluss, (Quelle: Aktion pro Eigenheim), weil die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) die Kreditvergabe an bedürftige katholische Bauwillige bemängelte. Diese Geschäftstätigkeit dürften nach Ansicht der BaFin allein Banken ausüben. Unklar ist derzeit noch, wie sich die Entscheidung auf andere Bistümer auswirkt, die eine ähnliche Bauförderung anbieten. Hier kann man Interessenten nur raten, sich vor ihrer Finanzierungsplanung genau über die Möglichkeiten zu informieren. Verbilligte Erbbaurechte werden derzeit von mehreren kirchlichen Institutionen vergeben.

Energieversorger
Verschiedene Gas- und Stromlieferanten gewähren ihren Kunden z.B. Nachlässe bei den Hausanschlusskosten oder einen Zuschuss zu den Anschaffungskosten einer Gasheizung. Dies wird regional unterschiedlich gehandhabt. Wir empfehlen, sich bei den örtlichen Energieversorgern zu erkundigen, ob sie einen solchen Kaufanreiz bieten.

Wohnungsbauprämie
Für nicht besonders finanzstarke Häuslebauer bietet sich das Bausparen zur Vorbereitung eines Hauskaufs an, wo man langfristig kleine Beträge anspart, um nach Zuteilung des Bausparvertrags in den Genuss eines zinsgünstigen Darlehens zu kommen. Im Rahmen gewisser Einkommensgrenzen gibt der Staat jährlich Wohnungsbauprämie dazu.

Je nach den persönlichen Verhältnissen des Häuslebauers besteht eventuell die Möglichkeit, ein Darlehen vom Arbeitgeber zu erhalten, oder das angesammelte Kapital einer Riester-Rentenversicherung für eine Baufinanzierung zu verwenden.

Fazit: es lohnt sich für jeden Eigenheimkäufer, die vielen unterschiedlichen Fördermöglichkeiten auszuloten. Dadurch lässt sich bei Hausbau und Hauskauf eine Menge Geld sparen.

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