Küchenplanung – in 7 Schritten zur Traumküche

Eine Küche ist eine Anschaffung für viele Jahr, die man nicht mal eben im Vorbeigehen kauft. Stattdessen sollte man sich für die Küchenplanung extra viel Zeit nehmen, damit man mit der optischen und funktionellen Küchengestaltung später auch rundum zufrieden ist. Erfahren Sie in diesem Artikel, wie sie in wenigen Schritten Ihrer Traumküche ein ganzes Stück näher kommen.

1. Schritt: Budget festlegen

Küchen gibt es in allen möglichen Preisklassen – von der günstigen Küchenzeile aus dem Möbelhaus bis zur Designerküche nach Maß aus dem Küchenstudio. Bevor Sie sich also an die Küchenplanung machen, sollten Sie das zur Verfügung stehende Budget genau festlegen. Ist das Budget nicht sehr hoch, sollten Sie sich nach einem fertigen Küchenblock umsehen, denn solche Küchenzeilen sind günstiger als eine individuelle Einbauküche und trotzdem in vielen verschiedenen Designs zu haben.Wie bei allen Produkten gilt auch bei der Küche: Den Namen zahlt man mit. So sind Küchen bekannter Marken oft teurer als vergleichbare Küchen weniger bekannter Hersteller. Es lohnt sich also, sich auch Alternativen anzuschauen und sich mehrere Angebote einzuholen.

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Foto: Fotolia /Kzenon

2. Schritt: Materialien auswählen

Wenn es um die Auswahl der Materialien für die Küchenfronten und die Arbeitsplatte geht, spielt zum einen das Budget eine Rolle. So sind Kunststofffronten mit aufgeleimten Kanten besonders preisgünstig, während Laminat-, Glas- und Lackfronten im mittleren Preisbereich liegen. Am teuersten sind Vollholzküchen, Edelstahlküchen und Acrylküchen.

Aber auch Ihr Küchenalltag sollte in die Betrachtung mit einbezogen werden. Leben Kinder im Haushalt, müssen die Materialien möglichst robust und pflegeleicht sein, während in einem Paar-Haushalt auch eine schicke Designerküche machbar ist. Zudem ist es wichtig zu überlegen, wie oft und wofür Sie die Küche überhaupt nutzen wollen. Je mehr Zeit Sie in der Küche verbringen und kochen, braten oder backen, desto wichtiger ist eine gute Materialqualität. Wer sich nur zum Kaffeekochen in der Küche aufhält und ansonsten außer Haus isst, setzt bei der Küchenplanung ganz andere Prioritäten. So sind in diesem Fall pflegeleichte Küchenfronten weniger wichtig als bei leidenschaftlichen Hobbyköchen, die die Küche täglich nutzen. Bei den Arbeitsplatten ist laminiertes Schichtholz beispielsweise am günstigsten, aber auch nicht sehr langlebig. Danach folgen Arbeitsplatten aus Holz, Naturstein oder Edelstahl. Am teuersten, aber auch am widerstandsfähigsten sind Küchenarbeitsplatten aus Keramik.

Neben der Strapazierfähigkeit und Pflegeleichtigkeit entscheidet die Auswahl des Materials aber auch über den Stil der Küche. Landhausküchen aus Holz wirken eher romantisch-verspielt, Edelstahlküchen eher modern und mit einer klassischen Einbauküche mit Kunststofffronten kann man sich in einem Familienhaushalt farblich richtig austoben.

3. Schritt: Raum ausmessen

Bei der Küchenplanung kommt es natürlich auch auf die Raumgröße an. Deshalb sollten Sie den Raum ganz genau von Wand zu Wand ausmessen und auch alle Details notieren, die bei der Küchenplanung zu beachten sind:
• Wo liegen Tür und Fenster?
• Zu welcher Seite schwingt die Tür auf?
• Welche Höhe hat die Fensterbank?
• Wo sind die Wasseranschlüsse?
• Wo befinden sich die Steckdosen?
• Wo ist der Lichtschalter?
• Wo befinden sich Heizkörper und Thermostat?
• Gibt es Fensternischen, Vorsprünge, Ecken oder Winkel?

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  • 4. Schritt: Küchenform aussuchen

    Nachdem Sie Ihre Küche genau ausgemessen haben, wird es Zeit, die Küchenform auszusuchen, die zu dem Raum am besten passt. Je nach Größe und Lage der Fenster und Türen ist bei der Küchenplanung nicht jede Form in jedem Raum realisierbar. Folgende Küchenformen bieten sich für Ihre Küchengestaltung an:

    Einzeilige Küche

    Ist der Raum sehr klein oder sehr schmal, bietet sich eine einzeilige Küche an.Solch eine Küchenzeile wird einfach platzsparend an einer Wand geplant.Für mehr Stauraum und Arbeitsfläche können tiefere Unterschränke und eine übertiefe Arbeitsplatte bei der Küchenplanung berücksichtigt werden. Bei Schlauchküchen sollte aber darauf geachtet werden, dass dann noch genug Bewegungsfreiheit in der Küche herrscht. Einzeilige Küchen gibt es oft als preisgünstige fertig zusammengestellte Küchenblocks zu kaufen.

    Zweizeilige Küche

    Ebenfalls für kleine, aber nicht für schmale Räume ist die zweizeilige Küche empfehlenswert. Dazu werden zwei Küchenzeilen an gegenüberliegenden Wänden eingeplant, wobei ein Mindestabstand von 1–1,20 m eingehalten werden sollte. Ist der Gang zwischen den Küchenzeilen zu eng, kann es sonst Probleme mit dem Öffnen der Schränke und Schubladen geben. Außerdem wirkt die Küche sonst so vollgestopft. In zweizeilige Küchen passt in der Regel kein Küchentisch, was bei der Küchenplanung berücksichtigt werden sollte.

    L-Küche

    Die beliebteste Küchenform ist die L-Küche, die in die meisten Räume passt. Sie besteht aus zwei Küchenzeilen, die über Ecke gehen und dadurch ein L formen. Dabei wird der Stauraum in der Ecke meistens durch einen speziellen Eckschrank ausgenutzt. Ist der Raum groß genug, kann bei einer L-Küche gut noch ein Esstisch im Raum platziert werden. L-Küchen gibt es bei vielen Küchenanbietern als sogenannte Winkelküchen auch als preisgünstigen fertig zusammengestellten Küchenblock.

    U-Küche

    Küchen in U-Form kommen in der Küchenplanung seltener vor. Sie eignen sich für größere Räume oder für alle, die besonders viel Stauraum und Arbeitsfläche in der Küche haben wollen. Auch bei einer U-Küche sollten die Abstände zwischen den Schrankfronten groß genug sein, damit man ausreichend Bewegungsfreiheit hat. U-Küchen werden meistens nur als Arbeitsraum ohne Essplatz genutzt.

    G-Küche

    Wer eine großzügige Küche mit Essplatz haben möchte, der kann sich für eine G-Küche entscheiden. Dabei handelt es sich um eine U-Küche mit zusätzlicher Abzweigung als Theke oder Esstisch. Für solch eine Küche braucht man sehr viel Platz, weshalb sie nur für große Räume geeignet ist. Bei der Küchenplanung sollte beachtet werden, dass in einer G-Küche nicht so viel Bewegungsfreiheit in alle Richtungen herrscht.

    Insel-Küche

    Seit Jahren im Trend liegt die sogenannte Insel-Küche oder Kochinsel. Dabei wird eine einzeilige oder zweizeilige Küche oder eine Küche in L- oder U-Form zugrunde gelegt und mit einer Kochinsel ergänzt, die frei im Raum steht und die man komplett umrunden kann, was für ausgesprochen viel Bewegungsfreiheit sorgt, aber auch sehr viel Platz bedarf. Dabei kann die Insel entweder als Kochinsel mit integriertem Herd geplant werden oder sie wird einzig und allein als Arbeitsfläche geplant. Bei der Küchenplanung mit Insel ist zu beachten, dass man die Anschlüsse verlegen muss, wenn man Spüle oder Herd nicht an der Wand platzieren, sondern sie in die Kücheninsel integrieren möchte. Das erhöht den Planungsaufwand und durch den nötigen Umbau auch die Kosten.

  • 5. Schritt: Elektrogeräte auswählen

    Elektrogeräte erleichtern den Küchenalltag ungemein. Dabei sind Herd und Kühlschrank in jeder Küche ein Muss, wohingegen Geschirrspüler und Dunstabzugshaube bei der Küchenplanung optional sind.

    Bei Herd können Sie bei der Küchenplanung zwischen verschiedenen Herdarten wählen: Für einen Gasherd brauchen Sie eine entsprechenden Gasanschluss in der Küche. Dafür sind Gasherde sehr energieeffizient. Elektroherde haben die schlechteste Energiebilanz bei den Küchenherden, sind dafür schon sehr günstig zu haben. Bei einem Induktionsherd wird die Wärme direkt im Boden der Töpfe erzeugt, sodass das Kochen schneller und damit energieeffizienter geht als beim Elektroherd. Ergonomisch sinnvoll ist es, sich für ein Kochfeld und einen separaten Backofen zu entscheiden, der dann in rückenschonender Sichthöhe in die Küche integriert werden kann.

    Beim Kühlschrank müssen Sie sich bei der Küchenplanung überlegen, ob sie auch Gefriergut in der Küche unterbringen wollen, denn dann sollten Sie sich für eine Kühl-Gefrier-Kombi entscheiden. Das Fassungsvermögen richtet sich dabei nach der Anzahl der Haushaltsmitglieder.

    Ein Geschirrspüler ist eine Anschaffung, die den Alltag sehr erleichtert. Zudem sind moderne Geräte inzwischen so sparsam, dass sie dem Spülen mit der Hand vorzuziehen sind. Geschirrspülmaschinen gibt es in der Standardgröße 60 cm Breite und als schmale Ausführung für kleine Haushalte mit 45 cm Breite.

    Eine Dunstabzugshaube sorgt dafür, dass Küchendämpfe und Fett sich nicht in der Luft verteilen und auf Küchenschränken, in Vorhängen usw. ablagern. Dabei gibt es zwei gängige Varianten, die je nach Küchenplanung ausgewählt werden können: Beim Umluftbetrieb werden die Dämpfe und Gerüche durch einen Aktivkohlefilter geleitet und die gereinigte Luft wieder in den Raum geleitet. Beim Abluftbetrieb wird die Luft nur durch einen Fettfilter vorgereinigt und anschließend über Abluftrohre nach draußen geleitet, wobei hierfür ein Wanddurchbruch nötig ist.

  • 6. Schritt: Wunschschränke auswählen

    Eine Küche ohne ausreichen Stauraum kommt schnell an ihre Grenzen. Denn in der Küche werden Kochutensilien, Backaccessoires, Geschirr, Besteck und Lebensmittel gelagert, damit man sie immer griffbereit zur Hand hat. So sollten Sie bei der Küchenplanung die Küchenschränke mit viel Bedacht auswählen.

    Hochschränke sind ideal für Putzzeug, aber auch für Lebensmittel bieten sie sehr viel Platz. Sie werden bei der Küchenplanung in der Regel am Abschluss einer Küchenzeile platziert.

    Unterschränke tragen die Arbeitsplatte und sollten in der richtigen Arbeitshöhe gewählt werden, die von Ihrer Körpergröße abhängt. Dabei sind Unterschränke unterschiedlich ausgestattet, entweder mit Regalböden, Auszügen oder Schubladen.

    Umbauschränke umfangen die Elektrogeräte, wie Herd, Backofen, Geschirrspüler usw., aber auch die Spüle und geben dadurch Ihrer Küche ein einheitliches Bild.

    Oberschränke, auch Hängeschränke genannt, gibt es in unterschiedlichen Höhen. Dabei haben hohe Oberschränke mehr Stauraum, allerdings kommt man an die oberen Fächer auch schlechter ran. Je nach Design können die Hängeschränke Glas-, Klapp-, Jalousien-, Falt- oder Schiebetüren haben. In modernen Designerküchen wird bei der Küchenplanung auf Hängeschränke zugunsten einer leichteren Optik oft verzichtet, was aber zu Lasten des Stauraums in der Küche geht.

    Eckschränke findet man in allen Küchen, die über Eck gehen. Damit der Stauraum voll genutzt werden kann, werden sie bei der Küchenplanung oft mit Topf-Karussellen und Falttüren ausgestattet.

    Apothekerschränke haben einen oder zwei große Auszüge nach vorne, wodurch der Inhalt besonders übersichtlich sortiert und entnommen werden kann. Vor allem für Lebensmittel, wie Gewürze, Mehl, Zucker etc., sind Apothekenschränke besonders beliebt.

    Tipp: Am besten planen Sie zunächst die Eck- und Umbauschränke für Ihre Elektrogeräte und füllen dann die Lücken mit Ihren Wunschschränken auf.

  • 7. Schritt: Sich bei der Küchenplanung beraten lassen

    Haben Sie sich in den letzten 6 Schritten genau Gedanken gemacht und alle Details, Idee und Wünsche für Ihre Küchenplanung notiert, können Sie sich auf die Suche nach Ihrer Traumküche machen. Dabei können Sie sich zum Beispiel einen Küchenplaner im Netz suchen, um die ein oder andere Lösung auszuprobieren. Sinnvoll ist es auch, sich in einem Küchenstudio von einem Küchenplaner noch mal beraten zu lassen. Denn die Küchenplaner haben viel Erfahrung und können Ihnen vielleicht Tipps geben, was an Ihrer Traumküche eventuell noch zu optimieren ist.

ACHTUNGPlanen Sie bei einem Neubau die Küche unbedingt rechtzeitig! Der Installationsplan für die Küche sollte in jedem Fall zeitgleich mit der Hausplanung erstellt werden. Denn dadurch können alle Strom- und Wasseranschlüsse etc. direkt in die Gesamtinstallationsplanung des Neubaus integriert werden. Nur so können Sie sich wirklich darauf verlassen, dass später auch alle Anschlüsse da sind und sich an der richtigen Stelle befinden.

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