Spezielle Heizungsarten – vom Standardkessel zur innovativen Hybridheizung

Bekannte moderne Heizungssysteme sind beispielsweise Öl- und Gas-Brennwertheizungen, Pelletheizungen, Elektroheizungen, Blockheizkraftwerke usw. Daneben gibt es aber auch noch sonstige Heizungen, die bereits als veraltet gelten, seltener zum Einsatz kommen oder noch relativ neu und unbekannt sind. Im nachfolgenden Artikel werden sonstige Heizungen, wie Konstanttemperaturkessel, Niedrigtemperaturkessel, Fernwärme und Hybridheizungen, mit ihren Vor- und Nachteilen kurz vorgestellt.

Konstanttemperaturkessel – ein veraltetes System

Konstanttemperaturkessel, auch Standardkessel genannt, wurden bis Anfang der 80er Jahre in Häusern verbaut und gelten bei den sonstigen Heizungen als absolut veraltetes System. Denn bei diesen Kesseln wird durch Verbrennung von Öl oder Gas die Temperatur konstant auf 70–90 °C gehalten, sodass es extrem hohe Wärmeverluste gibt. Neu einbauen sollte man Konstanttemperaturkessel heute nicht mehr. Im Gegenteil: Befindet sich noch eine solche alte Heizanlage im Haus, sollte man sie unbedingt zeitnah durch eine modernere Heizung ersetzen – der Umwelt und dem Geldbeutel zu Liebe.

Vorteile Konstanttemperaturkessel

  • keine

Nachteile Konstanttemperaturkessel

  • extrem hohe Heizkosten
  • sehr geringer Nutzungsgrad
  • veraltetes System
  • Austausch dringend empfohlen

Niedertemperaturkessel  – nur noch selten sinnvoll

Unter sonstige Heizungen fallen heute auch Niedertemperaturkessel. Siewaren lange Jahre Standard und sind heute noch in unzähligen Häusern in Betrieb. Dabei wird der Nutzungsgrad von Niedertemperaturkesseln mit 90 % angegeben, sodass er weit unter dem Nutzungsgrad von Brennwertkesseln liegt, die als innovative Nachfolger der Niedertemperaturkessel gelten. Bei Niedertemperaturkesseln wird die Vorlauftemperatur des Heizungssystems (max. 70 bis 80 °C) mithilfe eines Außentemperaturfühlers der Außentemperatur angepasst, wobei auch eine kostensparende Nachtabsenkung der Temperatur eingestellt werden kann. Durch die Verbrennung von Heizöl oder Gas im Brenner wird das Heizungswasser über einen Wärmeübertrager im Kessel erhitzt und durch die Heizungsrohre und Heizkörper in den Wohnräumen verteilt.Da es für Niedrigtemperaturkessel keine Fördergelder mehr gibt, werden sie heute so gut wie gar nicht mehr neu eingebaut.

Vorteile Niedertemperaturkessel

  • geringe Anschaffungskosten
  • Altanlagen lassen sich schnell und günstig ersetzen

Nachteile Niedertemperaturkessel

  • hohe Heizkosten
  • geringer Nutzungsgrad
  • Kosten für Schornsteinbereitstellung, Instandhaltung, Wartung
  • nur noch als günstiger Ersatz von Altanlagen empfehlenswert, wenn große Umbauarbeiten vermieden werden sollen

Fernwärme – einen Blick wert in Ballungsgebieten

Fernwärme beruht darauf, dass in einer zentralen großen Kraftwerken bzw. Heizkraftwerken Wärme bereitgestellt, die aus Brennstoffen wie Kohle, Erdgas, Biomasse, Heizöl oder sonstige Stoffe produziert wird, manchmal auch in Verbindung mit Blockheizkraftwerken. Über Wärmeüberträger wird die Wärme ans Fernwärmenetz übergeben und dann zu den Verbrauchern geleitet wird. Dabei haben auch die Verbraucher einenWärmeübertrager, der mit dem Fernwärmenetz gekoppelt ist. Voraussetzung für die Nutzung von Fernwärme ist, dass es erst mal ein Fernwärmenetz geben muss, was nur in Ballungsgebieten und größeren Städten zu finden ist. Denn die Übertragung von Fernwärme ist mit großen Übertragungsverlusten und dadurch einem relativ niedrigen Nutzungsgrad verbunden, sodass sich Fernwärme nur dann lohnt, wenn die Distanzen kurz sind und viele Haushalte an das Fernwärmenetz angeschlossen sind. Wirtschaftlich gesehen ist ein Vertrag mit einem Energieversorger für Fernwärme durchaus empfehlenswert, denn große Heizkraftwerke können die Wärme zu einem niedrigen Preis abgeben, der sich aus einem Grundpreis und einem Arbeitspreis für die individuell abgenommene Wärmemenge zusammensetzt. Hinzu kommen die Bereitstellungskosen für den Fernwärmeanschluss. Durch die Fernwärmeversorgung entfällt die Lagerung von Brennstoff im Haus, was Fernwärme unter den sonstigen Heizungen ebenfalls zu einem empfehlenswerten System macht.

Vorteile Fernwärme

  • geringe Heizkosten
  • keine Vorratshaltung notwendig, dadurch platzsparend
  • kaum Wartung notwendig

Nachteile Fernwärme

  • geringer Nutzungsgrad
  • vertragliche Mindestabnahmemenge muss bezahlt werden
  • Vertragsbindung an Energieversorger
  • nicht überall verfügbar

Hybridheizung – ein innovativer Kompromiss

Bei einer Hybridheizung werden verschiedene Energieträger wie Gas, Öl, Holz oder erneuerbare Energien in einem Heizungssystem miteinander kombiniert. So können die Vorteile fossiler und erneuerbarer Energieträger optimal verbunden werden. Dadurch können beispielsweise Schwankungen bei den umweltfreundlichen erneuerbaren Energien durch die Konstanz fossiler Energien ausgeglichen werden. Während früher für eine Hybridheizung meistens zwei unabhängige Heizsysteme einfach gekoppelt wurden, gibt es inzwischen richtige Hybridheizgeräte, die mehrere Energieerzeuger in einer platzsparenden Einheit miteinander kombinieren, wobei durch eine spezielle Regelung immer die ökologischste oder wirtschaftlichste Energiequelle ausgewählt wird. In solchen kompakten Hybridheizgeräten wird in der Regel eine Wärmepumpe, die Umweltenergie aus der Luft, aus dem Erdreich oder aus dem Grundwasser gewinnt, mit einer Öl- und Gas-Brennwertheizung kombiniert. Durch Nutzung von Biogas kann bei einer Hybridheizung demnach komplett auf fossile Energieträger verzichtet werden. Oft kommt bei einer Hybridheizung sogar noch eine Photovoltaik-Anlage hinzu, die den Strom für die Wärmepumpe, aber auch fürs Haus aus Sonnenenergie gewinnt. Bei den sonstigen Heizungen nimmt die Hybridheizung in Sachen Umweltverträglichkeit damit den Platz Nummer eins ein.

Vorteile Hybridheizung

  • niedrige Heizkosten durch Nutzung von kostenloser Umweltenergie
  • sichere Versorgung durch Kombination mit Öl- oder Gas-Brennwertheizung
  • fossile Energieträger werden nur reduziert eingesetzt

Nachteile Hybridheizung

  • hohe Investitionskosten durch innovative Technik
  • Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen, außer bei Biogas

FAZIT

Neben modernen gängigen Heizungssystemen wie Öl- und Gas-Brennwertheizungen, Pelletheizungen, Elektroheizungen, Blockheizkraftwerke oder Solarthermie gibt es auch noch sonstige Heizungen, die entweder als veraltet gelten, nur in bestimmten Gebieten in Betracht kommen oder einen Kompromiss darstellen:

Niedertemperatur- und Konstanttemperaturkessel gelten als veraltete Systeme und sollten in einem Neubau keine Verwendung mehr finden. Niedrigtemperaturkessel können bei Altbauten unter Umständen noch als günstige Alternative beim Geräteaustausch zum Einsatz kommen,wobei eine moderne Brennwertheizung eindeutig vorzuziehen ist. Alte Konstanttemperaturkessel sollten unbedingt durch eine neue Heizungsanlage ersetzt werden.
Fernwärme kommt auf der einen Seite nur in Ballungsgebieten oder großen Städten in Betracht und verlangt eine enge Vertragsbindung an den Energieversorger vor Ort. Auf der anderen Seite überzeugt Fernwärme dann aber mit niedrigen Heizkosten. Wer in einer größeren Stadt bzw. in einem Ballungsgebiet wohnt, sollte sich mit diesem Heizkonzept auf jeden Fall näher befassen.
Hybridheizungen sind innovative Systeme, bei denen verschiedene fossile und regenerative Energieträger intelligent miteinander kombiniert werden. Inzwischen gibt es bereits Hybridheizgeräte, die die zwei Heizsysteme sogar in einem Gerät vereinen – in der Regel eine umweltschonende Wärmepumpe und eine versorgungssichere Brennwertheizung. So sind Hybridheizgeräte ein überzeugender Kompromiss, der die Vorteile der beiden Heizungsarten komfortabel miteinander verbindet.

 

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