Infrarotheizung – Strahlungswärme durch Strom

Bei einer Infrarotheizung handelt es sich um eine Elektroheizung, die mit Strom betrieben wird. Dabei erwärmt sie nicht wie ein handelsüblicher Heizkörper die Luft, sondern erzeugt Strahlungswärme. Das Prinzip der Strahlungswärme kennt man von der Sonne: Steht man im prallen Sonnenlicht, ist es angenehm warm. Zieht eine Wolke vor die Sonne, wird es sofort merklich kühler, obwohl die Temperatur gleich geblieben ist. Ähnlich ist es auch bei einer Infrarotheizung. Obwohl Infrarotheizungen aufgrund des Betriebs mit Strom als nicht sehr umweltfreundlich gelten, sind sie dennoch relativ energieeffizient und können sie unter bestimmten Voraussetzungen sogar die Vorgaben der Energieeinsparverordnung erfüllen. So kann es in bestimmten Fällen durchaus sinnvoll sein, eine Infrarotheizung in Betracht zu ziehen. Deshalb haben wir für Sie alle wichtigen Infos rund um die raffinierte Elektroheizung zusammengestellt.

Funktionsweise einer Infrarotheizung

Eine Infrarotheizung wird je nach Modell und Einsatzbereich einfach über eine handelsübliche Steckdose oder von einem Elektriker ans Stromnetz angeschlossen, sodass sie eindeutig den Elektroheizungen zuzuordnen ist. Infrarotheizungen sind in der Regel sehr flach konstruiert. So können sie in Spiegel, Bilder oder Natursteinplatten integriert und platzsparend an der Wand oder an der Decke angebracht werden, von wo aus sie ihre Strahlungswärme in den ganzen Raum abgeben können. Dabei wirddurch die Strahlungswärme allerdings nicht die Raumluft erwärmt, sondern nur die Personen oder die Gegenstände innerhalb des Raumes. Anders als bei herkömmlichen Konvektionsheizungen, die die Luft erwärmen, wirbeln Infrarotheizungen keinen Staub auf, was von vielen Allergikern als besonders angenehm empfunden wird.

  • Preise und Betriebskosten von Infrarotheizungen

    Betrachtet man ausschließlich die Anschaffungskosten, so sind Infrarotheizungen im Vergleich zu konventionellen Heizungen sehr günstig. Infrarotheizungen gibt es meistens mit Leistungen zwischen ca. 200 Watt und 1,4 Kilowatt. Für einen durchschnittlichen Wohnraum mit ca. 10–15 m2 Wohnfläche benötigt man zum Beispiel eine Infrarotheizung mit 600 Watt. Dafür ist mit Preisen zwischen 300–500 € zu rechnen, wobei der Preis nicht nur vom Hersteller, sondern auch vom Design abhängt.Für das Thermostat kommen je nach Funktionsumfang noch mal ca. 30–100 € dazu. Das ist bei den Anschaffungskosten natürlich kein Vergleich zu üblichen Zentralheizungen wie einer Solarheizung, Ölheizung oder Gasheizung, bei denen je nach Modell mit mehreren Tausend Euro oder sogar mehr als Zehntausend Euro zu rechnen ist.

    • Beispiel: Geschätzte Kosten Infrarotheizung für 4-Zimmer-Wohnung
      Für eine durchschnittliche 80 Quadratmeter große 4-Zimmer-Wohnung braucht man etwa sieben Infrarot-Heizkörper mit unterschiedlicher Wattzahl je nach Raumgröße, sodass man für die komplette Raumwärmeversorgung je nach Modellauswahl geschätzt mit ca. 3000–5.000 Euro rechnen muss. Die Betriebskosten liegen ungefähr geschätzt durchschnittlich bei ca. 1.200 € pro Jahr. Da eine Infrarotheizung nur an den Stromkreis angeschlossen werden muss, fallen keine zusätzlichen Kosten für Verrohrung, Wartung oder Schornsteinfeger an.

    Zwar gelten moderne Infrarotheizungen als relativ energieeffizient. Trotzdem können sie aufgrund der Strompreise bei den Heizkosten meistens nicht mit z. B. Gasheizungen mithalten. Der große Unterschied zwischen den Kilowatt-Preisen von Strom und Gas lässt sich trotz der hohen Effizienz von Infrarotheizungen in der Regel nicht ausgleichen. Trotzdem lohnt es sich in manchen Fällen, auf eine Infrarotheizung zurückzugreifen. Das gilt vor allem dann, wenn Infrarotheizgeräte als moderner Ersatz für alte Nachspeicheröfen in hohen Altbauten angeschafft werden sollen. Dabei sollte vor dem Einbau einer Infrarotheizung aber eine Berechnung gemäß EnEV durchgeführt werden.

  • Vorteile und Nachteile von Infrarotheizgeräten

    Wie bereits erwähnt, haben Infrarot-Heizgeräteeinen günstigen Anschaffungspreis, wobei auch keine Wartungskosten und Schornsteinfegergebühren anfallen. Infrarotheizungen werden einfach an den Stromkreis angeschlossen, brauchen entsprechend keine Verrohrung und können ganz nach Bedarf dort montiert werden, wo man sie braucht.Durch ihre flache Konstruktion sind sie zudem unauffällig in Spiegel oder Bilder integrierbar und nehmen wenig Platz weg, da man auch keinen Tank- und keinen Heizungsraum braucht. Insgesamt eignen sich Infrarotheizungen gut als Ersatz für alte Nachspeicheröfen in Altbauten, selten genutzte Räume, hohe Altbauten und Hallen oder als Zusatzheizung fürs Badezimmer oder über dem Wickeltisch bei Neugeborenen.Denn nach dem Anschalten sind Infrarotgeräte blitzschnell warm und wirbeln zudem durch die Strahlungswärme keinen Staub auf, was viele Allergiker besonders angenehm finden.

    Der größte Nachteil einer Infrarotheizung sind die unwirtschaftlichenHeizkosten durch die hohen Strompreise, obwohl moderne Infrarotheizgeräteinzwischen als energieeffizient gelten. Zudem werden Infrarotheizungen sehr heiß, was gefährlich für Kinder im Haushalt werden kann. Des Weiteren ist keine Integration von Solarthermie möglich und wegen des deutschen Strommixes mit viel Kohle ist das Heizen mit Strom als wenig umweltfreundlich einzustufen.

  • Umweltschutz und Energieeinsparverordnung

    Elektrischen Heizungen wird eine schlechte Energieeffizienz nachgesagt, obwohl sie im Falle der Infrarotheizung einen sehr hohen Wirkungsgrad haben. Das liegt daran, dass der Strom in Deutschland überwiegend in Braun- und Steinkohlekraftwerken erzeugt wird, die nur einen Wirkungsgrad von 30–40 % haben. Ein hoher Stromverbrauch erzeugt zudem sehr viele umweltschädliche CO2-Emissionen. Um die Nutzung einer Infrarotheizung umweltfreundlicher zu gestalten, sollte sie mit klimafreundlichem Ökostrom betrieben werden.

    In Neubauten können Infrarotheizungen deshalb nicht ohne weiteres als Hauptheizung eingebaut werden, denn das Heizsystem muss die Vorgaben der Energieeinsparverordnung (EnEV) erfüllen. Will man eine Infrarotheizung installieren, muss das Haus besonders gut gedämmt werden, um den Vorgaben gerecht zu werden, was wiederum Geld kostet.

    Bei Altbauten gelten in der Regel nicht so strenge Vorgaben. Sollen beispielsweise alte Nachspeicheröfen ersetzt werden, darf sich der Energieverbrauch lediglich nicht verschlechtern, sodass moderne Infrarotheizkörper in den meisten Fällen erlaubt sind.

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Für wen lohnt sich eine Infrarotheizung

Im Vergleich zu anderen Elektroheizungen sind moderne Infrarotheizungen noch am ehesten zu empfehlen. Dabei bieten sie sich für folgende Einsatzbereiche an:

  • in Gartenlaube, Wintergarten, Ferienhaus, Werkstatt oder Garage
  • in Gästezimmer, Partykeller oder Hobbyraum im Keller oder Dachgeschoss
  • als Zusatzheizung im Bad oder fürs Wickeln von Neugeborenen
  • als Ersatz für alte Nachspeicheröfen in Altbauten
  • für hohe Altbauten oder Hallen
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Foto: Fotolia/dmshpak

FAZIT

Infrarotheizgeräte arbeiten mit Strahlungswärme. Sie werden mit Strom betrieben und gelten deshalb allgemein als wenig umweltfreundlich, obwohl sie heutzutage sehr energieeffizient arbeiten. Bei den Heizkosten kommen Infrarotheizungen trotz ihrer Energieeffizienz nicht an Gas- oder Ölheizungen heran, denn Strom ist einfach deutlich teurer als Gas oder Öl. Trotzdem sind Infrarotheizungen in manchen Fällen zu empfehlen, da sie flexibel und leicht zu installieren sind und nicht gewartet werden müssen.Für Allergiker, in selten verwendete Räume, als Ersatz für alte Nachspeicheröfen in Altbauten, in hohen Altbauten und Hallen oder als schnell erwärmende Zusatzheizung im Bad oder über dem Wickeltisch sind sie aber sicher eine Überlegung wert.

Vorteile einer Infrarotheizung:

  • geringere Anschaffungskosten als bei Öl- oder Gaszentralheizungen
  • besonders einfache Installation
  • keine Kosten für Wartung oder Schornsteinfeger
  • geringer Platzbedarf, da sehr flach
  • Integration in Spiegel, Bilder etc. möglich
  • nach dem Anschalten sehr schnell angenehm warm
  • wirbeln keinen Staub auf, deshalb optimal für Allergiker
  • gut als Ersatz für alte Nachspeicheröfen in Altbauten
  • geeignet für kleine, selten genutzte Räume
  • ideal für hohe Altbauten oder Hallen
  • gute Zusatzheizung fürs Bad oder über dem Wickeltisch

Nachteile einer Infrarotheizung:

  • höhere Heizkosten als bei Gas, Öl usw.
  • kann sehr heiß werden
  • keine Integration von Solarthermie möglich
  • wegen des deutschen Strommixes mit viel Kohle wenig umweltfreundlich

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