Neue Heizung – Hersteller mit Bedacht auswählen

Der Kauf einer neuen Heizung ist eine große Investition. Deshalb sollte der Hersteller der Heizung genauso mit Sorgfalt ausgewählt werden wie die Heizungsart selbst. Ob Wärmepumpe, Ölheizung, Gasheizung oder Solaranlage – für alle Heizungen gibt es verschiedene Anbieter auf dem Markt. Teilweise handelt es sich um bekannte Markennamen, teilweise um unbekannte Heizungshersteller.Aber ist eine Markenheizung immer die beste Wahl oder spielt der Hersteller gar keine so große Rolle? Lesen Sie in diesem Artikel, wie man den richtigen Hersteller für die eigene Heizungsanlage finden kann.

Große Markenhersteller oder kleine Spezialisten?

Waren noch bis in die 70er Jahre vor allem Heizungshersteller für Öl- und Gasheizungen weit verbreitet, teilen sich die Hersteller für Heizungen heute aufgrund der steigenden Energiepreise, der Endlichkeit der fossilen Brennstoffe und des wachsenden Umweltbewusstseins in mehrere große Gruppenauf:

  • Heizungshersteller für Brennkessel, die fossile Brennstoffe wie Gas und Öl für den Betrieb benötigen
  • Heizungshersteller für Brennkessel, die regenerative Brennstoffe wie Hackschnitzel, Pellets und Scheitholz nutzen
  • Heizungshersteller für elektrische Heizungen, die mit Strom betrieben werden,wie Infrarotheizungen und Wärmepumpen
  • Heizungshersteller für Heizungsanlagen, die besondere Energieformen wie Brennstoffzellenheizung, Fotovoltaik und Solarthermie nutzen

Dabei gibt es einige Hersteller, die sich auf bestimmte Bereiche spezialisiert haben, und andere, die verschiedene Heizungsarten bauen und vertreiben. So gibt es einerseits die großen Marken, wie Vaillant oder Viessmann, die ein breites Sortiment von der Gasheizung bis zur Pelletheizung im Angebot haben. Andererseits gibt es kleine, aber feine Spezialisten, die sich voll und ganz auf eine einzelne Heizungsart und ihre Weiterentwicklung fokussieren. Welche Vorgehensweise bei einem Heizungs-Hersteller zu qualitativ besseren Produkten führt, ist Ansichtssache. Wer allerdings zwei verschiedene Heizungsarten miteinander kombinieren möchte, wie beispielsweise eine Erdgasheizung mit Solarthermie oder eine Ölheizung mit Wärmepumpe, der sollte sich lieber nach einem Hersteller umsehen, der beide Technologien im Programm hat. Denn dann hat man bei Problemen immer nur einen Ansprechpartner.

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Kriterien für die Auswahl des Heizungsherstellers

Um für Ihre Heizung einen Hersteller zu finden, mit dem Sie zufrieden sein können, sollten Sie verschiedene Kriterien heranziehen:

  • Bekanntheitsgrad des Herstellers: Wer sich schon lange am Markt hält, wird höchstwahrscheinlich auch gute Produkte verkaufen.
  • Preis für die Heizung: Ist die Markenheizung zu teuer, kann ein ähnliches Modell von einem weniger bekannten Heizungs-Hersteller gewählt werden. Denn in der Regel zahlt man den Namen mit.
  • Aufwand für die Umrüstung und Kosten für den Einbau: Je nach baulichen Voraussetzungen und Konstruktion der Heizungsanlage kann es sinnvoll sein, lieber einen anderen Anbieter zu wählen, um die Einbaukosten im Rahmen zu halten.
  • Garantiezeitenfür die Heizungsanlage: Eine längere Garantiezeit gibt ein sichereres Gefühl. Denn kaum ein Hersteller wird eine lange Garantiedauer gewähren, wenn die Heizungen erfahrungsgemäß in dieser Zeit schnell kaputt gehen.
  • Nachkaufbarkeit von nötigen Ersatzteilen: Da eine Heizung viele Jahre halten soll, sollte man Ersatzteile auch in Zukunft noch nachkaufen können. Bei kleineren Herstellern besteht immer die Gefahr, dass das Unternehmen sich nicht am Markt halten kann und damit keine Ersatzteilversorgung mehr gewährleistet ist.
  • Größe und Einbaumöglichkeit der Heizung: Natürlich muss die Heizung zum Haus passen. Selbst wenn man mit einem bestimmten Hersteller liebäugelt, kann es sinnvoll sein, auch Alternativen in den Blick zu nehmen.

Effizienzlabel für Heizungen

Seit 2015 gibt es sie bereits: Energielabel für Heizungen. Von anderen Elektrogeräten, wie Waschmaschinen oder Kühlschränke, schon lange bekannt, wurde das Energielabel-System damals auch auf Heizungen ausgeweitet. Inzwischen ist das Energielabelin ganz Europa für alle neuen Heizungen Pflicht und soll eine Entscheidungshilfe für die Verbraucher sein.Allerdings tragen nur Anlagen das Label, wenn sie mit Heizöl, Öl aus nachwachsenden Rohstoffen, Erdgas, Biogas oder Strom betrieben werden und dem Heizen von Wohnräumen, dem Heizen von Wohnräumen und Brauchasser, der Warmwasserbereitung oder dem Speichern von warmem Wasser bis 2.000 Liter dienen. Kein Label tragen Heizgeräte, wenn sie über mehr als 70 Kilowatt Wärmenennleistung verfügen. Auch Blockheizkraftwerke ab 50 Kilowatt elektrischer Höchstleistung, Kessel zum Verfeuern fester Brennstoffe wie Holz, Pellets oder Kohle und einige andere Heizungsanlagen werden nicht mit Label ausgestattet.

Folgende Angaben sind auf dem Energielabel für Heizungen zu finden:

  • Hersteller der Heizung
  • Modellbezeichnung
  • Funktion des Heizgeräts
  • Skala der Energieeffizienzklassen
  • Lautstärke in Dezibel
  • Energieeffizienzklasse des Geräts
  • Wärmenennleistung in Kilowatt
  • Jahr der Einführung der Plakette
  • Nummer der EU-Verordnung

Dabei reicht die Skala der Energieeffizienzklassen von Ampelgrün und den Bewertungen A++ und A+ bis zu Ampelrot mit der Bewertung G, wobei faktisch keine neuen Heizungen mit den Bewertungen F und G mehr verkauft werden und die Klassen C, D und E nur noch für alte Heizungen gelten. Nachfolgend finden Sie einen kurzen Überblick über die Einteilung von Heizungsanlagen nach Effizienzklasse:

Effizienzklasse Einordnung Heiztechnologien
A++ besonders effizient/
mit erneuerbaren Energien betrieben
– Wärmepumpe in Verbindung mit Erdwärme

– Luft-Wärmepumpe, die mit Solarwärme betrieben wird

Blockheizkraftwerk für Holz mit max. 50 Kilowatt Leistung

– Niedertemperaturkessel für Holz in Verbindung mit Solarthermieanlage

A+ besonders effizient/
mit erneuerbaren Energien betrieben
– Brennwertkessel für Öl oder Gas in Verbindung mit Solarthermieanlage

– Luft-Wärmepumpe

– Blockheizkraftwerk mit max. 50 Kilowatt Leistung

– Niedertemperaturkessel für Holz

A und B effizient/Stand der Technik – Brennwertkessel für Gas und Öl
C, D und E ineffizient/veraltet – Niedertemperaturkessel für Gas und Öl

– Konstanttemperaturkessel für Gas und Öl

 

Doch man sollte sich bei der Auswahl des Heizungsherstellers nicht nur auf das Energielabel verlassen, denn erstens tragen nicht alle Heizungsanlangen überhaupt ein Label und zweitens sagt es sowieso weniger über die Qualität und erst Recht über die Betriebskosteneinsparung oder Umweltbilanz der Heizung aus, als man meinen könnte.

Denn neben der Energieeffizienz der Heizung spielen auch die baulichen Voraussetzungen Ihres Hauses eine Rolle, wenn es um die Wahl der richtigen Heizung und des richtigen Herstellers geht. Deshalb ist trotz Label eine Beratung durch einen Experten sinnvoll, wenn man für seine neue Heizung einen empfehlenswerten Hersteller sucht.

FAZIT

Auf dem deutschen Markt sind unzählige Heizungs-Hersteller vertreten. Dabei gibt es einige Heizungsunternehmen, die sich auf bestimmte Heizungsarten spezialisiert haben. Andere Herstellerhaben ein großes Produktsortiment von der Gasheizung bis zur Wärmepumpe im Angebot. Die Auswahl des Herstellers sollte dabei allerdings nicht nur vom Namen abhängen, sondern auch der Preis der Heizung, der Aufwand für die Umrüstung, die Kosten für den Einbau, die Nachkaufbarkeit von Ersatzteilen und die Größe und Einbaumöglichkeit der Heizung spielen eine bedeutende Rolle.

Eine Orientierung bezüglich der Energieeffizienz einer Heizung bietet das Energielabel, das inzwischen auch für viele Heizungsarten vorgeschrieben ist. Doch bei der Auswahl des Heizungsherstellers sollte nicht nur auf das Energielabel geachtet werden, da erstens nicht alle Heizungsanlangen ein Label tragen müssen und zweitens auch die baulichen Voraussetzungen des Hauses bei der Auswahl des richtigen Heizungsherstellers eine Rolle spielen. Deshalb sollten Sie sich vor dem Heizungskauf am besten von einem Fachmannindividuell beraten lassen.

 

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