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Urteil „mangelhaft“ für Schufa-Auskünfte über Baufirmen

altUnternehmensauskünfte der Schufa über Baufirmen vermitteln Bauherren keine ausreichenden Informationen und bieten damit kein sicheres Fundament für die Entscheidung, mit welchem Unternehmen der Bauvertrag geschlossen werden soll. Das ist das Ergebnis eines stichprobenartigen Tests, bei dem der Bauherren-Schutzbund e.V. (BSB) das Schufa-Angebot ausgewertet hat.

Angesichts der finanziellen Dimension eines Hausbaus ist es für jeden Bauherrn notwendig, sich ein konkretes Bild über seinen künftigen Vertragspartner zu verschaffen - über Seriosität, Fachkompetenz und nicht zuletzt die wirtschaftliche Leistungskraft. Deshalb scheint das Serviceangebot der Schufa für Verbraucher, Auskünfte über Firmen einholen zu können, auf den ersten Blick hilfreich und preiswert zu sein.

Beim Test wurden ausgewählte Unternehmensauskünfte der Schufa auf der Grundlage von Stichproben bewertet. Die Bewertungskriterien reichten von der Firmenidentifikation, der Firmen-Vita, dem Geschäftsgegenstand, den wirtschaftlichen Daten, der Bewertung der Bonität und des Zahlungsverhaltens, der Information über Gesellschafter und Geschäftsführer, der Information über Beteiligungen anderer Firmen bis zur Einschätzung möglicher Insolvenzrisiken.

Angaben zum Unternehmen unvollständig

Die Auswertung zeigt erhebliche Defizite durch unvollständige und fehlerhafte Angaben sowie mangelnde Aktualität der Schufa-Auskünfte. Ein vergleichbarer Standard, wie bei Wirtschaftsauskünften für Unternehmen im Geschäftsverkehr üblich, wird Verbrauchern und damit auch unabhängigen Beratern und Verbänden nicht geboten. Hinsichtlich des realen Informationsgehaltes ist zudem der Preis nicht angemessen.

Die Angaben zum Unternehmen und zum Geschäftsgegenstand haben nur einen eingeschränkten Informationsgehalt. Kritisch zu bewerten sind fehlende oder teilweise unvollständige Informationen zu Entwicklung, Umfirmierungen sowie Gesellschaftsverhältnissen. Risiken, die in der Person von Gesellschaftern und Geschäftsführern liegen - wie eidesstattliche Versicherungen oder Insolvenzen durch Funktionen in anderen Unternehmern - wurden, obwohl es sie nachweislich gab, nicht dargestellt.

Information über Geschäftsbilanzen mangelhaft

Das Angebot von Wirtschaftsdaten durch die Schufa über das jeweilige Unternehmen ist unzureichend. Eine Darstellung der vorhandenen Geschäftsbilanz ist nicht Bestandteil der Auskunft. Die Schufa liefert lediglich Angaben zu Gesellschaftskapital, Umsatz und Mitarbeiterzahl. Es fehlen Informationen zu Bankverbindung und Krediturteil. Dies hilft weder dem Verbraucher noch wird er den Unternehmen in ihrer Bewertung gerecht.

Aus der Sicht des BSB ist auch negativ zu bewerten, dass die Schufa bei den in den Test einbezogenen Firmen keine Informationen über Beteiligungen und wirtschaftliche und personelle Verflechtungen mit anderen Unternehmen liefert. Erfahrungsgemäß bildet häufig gerade die Verflechtung mit risikobehafteten Firmen eine Quelle für mögliche Insolvenzen.

Bewertung der Bonität von Unternehmen fehlerhaft

Der Test hat gezeigt, dass die Bonitätsinformation und Darstellung des Zahlungsverhaltens häufig fehlerhaft und nicht aktuell sind und deshalb für Verbraucher ein hohes wirtschaftliches Risiko verursachen können.

Beispielweise bewertete die Schufa bei einem Unternehmen die gute Bonität mit einer „grünen Ampel“, obwohl dieses Unternehmen aufgrund eines nachweislich vorhandenen akuten Insolvenzrisikos den schlechtesten Bonitätsindex aufweisen müsste.

Kritisch wird auch bewertet, dass durch die Schufa kein weiterer Service mit Folgeinformationen angeboten wird. Ein solcher Nachtragsservice ist für private Bauherren aber besonders wichtig, weil sich häufig die Bonität eines Unternehmens während der Bauzeit verschlechtert und die meisten Firmenpleiten während der Ausführung auftreten.

Test bei Einschätzung des Insolvenzrisikos nicht bestanden

Im Test wurden stichprobenartig gesondert Wirtschaftsauskünfte über Unternehmen, bei denen ein akutes Insolvenzrisiko nachweislich existierte, ausgewertet. Das Ergebnis zeigt, dass die Unternehmensauskünfte als Informationsangebot für private Bauherren nicht geeignet sind.

So gab es bei einer insolventen Firma keine Informationen über die Insolvenz, obwohl Angaben über eine eidesstattliche Versicherung mit Haftandrohung verfügbar waren und die Firma bereits einen Monat zuvor einen Eigenantrag auf Eröffnung eines Insolvenzverfahrens gestellt hatte. Bei einem weiteren Unternehmen lag ein Insolvenzverfahren gegen einen Gesellschafter vor - die Auskunft wies jedoch keinerlei Negativmerkmale aus.

„Grundsätzlich ist zu begrüßen, wenn sich das Informationsangebot für Verbraucher am Markt verbessert. Allerdings sollte jedes Serviceangebot kritisch geprüft werden, ob es hält was es verspricht“, betont Rainer Huhle, BSB. „Gerade die Beurteilung von Firmen erfordert Fachkompetenz, um Unternehmen und ihre Bonität einschätzen zu können. In der Regel fehlen privaten Bauherren die erforderlichen Informationen und Erfahrungen. Deshalb ist unabhängige Beratung unbedingt notwendig.“

Der BSB in der Region Dresden

Siedlerweg 2a
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Tel.: 035244 / 4 93 36
Fax: 035244 / 4 93 33

E-Mail: office@bsb-ev.de

Homepage des BSB

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