Etwa 800 Menschen sterben jedes Jahr in Deutschland bei Haus- und Wohnungsbränden. Rund 5.500 Brandopfer werden schwer verletzt. Experten beziffern den Schaden, der bei insgesamt fast einer Viertelmillion Bränden entsteht, auf drei Milliarden Euro. „Dramatische Zahlen“, resümiert Thomas Penningh, Vorsitzender des Verbands Privater Bauherren (VPB). „Sie zeigen, wie wichtig Brandschutz ist. Vor allem private Bauherren müssen noch viel mehr auf den vorbeugenden Brandschutz achten“

Er beginnt bereits bei der Planung. Die einzelnen Bundesländer haben das in ihren jeweiligen Landesbauordnungen geregelt, wenn auch unterschiedlich. Architekten müssen beim Entwurf eines Gebäudes sichere Baustoffe und Konstruktionsweisen wählen, Fluchtwege für die Bewohner vorsehen und Zufahrten für Rettungsfahrzeuge.

„Präventiver Brandschutz ist vorgeschrieben, wird aber nicht überall technisch korrekt umgesetzt“, weiß Penningh. „Vor allem, wer ein schlüsselfertiges Haus kauft, der sollte den Bauvertrag unbedingt vor der Unterschrift von einem unabhängigen Sachverständigen prüfen lassen, damit auch wirklich alles korrekt geplant ist und nur zugelassene Materialien verarbeitet werden.“ Genauso wichtig ist es, zu prüfen, ob alle gesetzlich vorgeschriebenen Rauchmelder im Vertrag enthalten sind – und später auch installiert werden.

„Rauchmelder sind nach wie vor erst in einigen Bundesländern vorgeschrieben. Und dort auch zum Teil nur im Neubau“, erinnert der Bausachverständige und rät dringend zur Eigeninitiative. Rauchmelder sind inzwischen so preiswert, niemand sollte darauf verzichten.

Schon bei der Planung an den Brandschutz zu denken empfiehlt der VPB auch allen, die eine Fotovoltaikanlage aufs Dach setzen lassen möchten. Bei diesen Anlagen bestehen zwei Probleme: Zum einen bilden die Module eine geschlossene Barriere, die der Feuerwehr den Weg zum Brandherd unter dem Dach versperrt, und zum anderen produzieren die Module solange es hell ist Strom und stehen unter Spannung. Diese lebensgefährlich hohe Spannung lässt sich nicht ohne weiteres abschalten und entladen und wird damit zur tödlichen Gefahr für die Feuerwehrleute.

„Dafür gibt es eine relativ einfache Lösung: Die Module dürfen nicht bündig, sondern müssen mit einem Abstand von 15 Zentimetern zueinander montiert werden“, erklärt der Bausachverständige. „Damit bleibt die Dachfläche partiell offen und erleichtert der Feuerwehr den Zugang zum Brandherd.“ Allerdings werden diese „Brandschneisen“ so gut wie nie gebaut, beobachtet der VPB, denn sie kosten Geld. Bei größeren Abständen passen weniger Module aufs Dach. Das reduziert die Stromausbeute. Zum anderen müssen die Module auf Abstand mit mehr Halterungen montiert werden als die in der Fläche, und das kostet Material und Arbeitszeit. „Leider scheuen die meisten Bauherren diese Mehrausgaben oder machen sich über den Brandschutz keine Gedanken.“

Der VPB hat den Ratgeber „Brandschutz zu Hause – Schützen Sie sich vor Feuer!“ zusammengestellt. Er steht zum Download bereit.

Der VPB in der Region Bonn

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