Initiative ELEKTRO+ gibt Tipps für eine sichere Elektroinstallation

Schnell überhitzt, instabil und nicht immer normgerecht – so lautet das Urteil von Stiftung Warentest, die im Juli Steckdosenleisten unter die Lupe genommen haben. Über die Hälfte dieser Leisten wurden deshalb als „in der elektrischen Sicherheit mangelhaft“ oder sogar „brandgefährlich“ eingestuft. Und Steckdosenleisten finden sich in fast jedem Haushalt.

Schnell und vermeintlich sicher lässt sich so die bestehende Elektroinstallation nachrüsten und dort einen Anschluss schaffen, wo er in der Wand fehlt. Dass diese Ergänzung nur die zweitbeste Lösung ist, darauf weist auch die Initiative ELEKTRO+ hin und warnt vor „Nachrüstungen“: „Sicherer ist immer eine feste, korrekt verlegte Installation in der Wand mit einer ausreichenden Zahl an Steckdosen und Stromkreisen“, so Hartmut Zander.

Deshalb zahlt sich bei Neubau und Modernisierung eine vorausschauende Planung aus. Liegen Stromkreise erst einmal unter Putz und wurden die Steckdosen positioniert, sind die Nutzungsmöglichkeiten der Elektroanlage auf Jahre festgeschrieben. Bauherren sollten sich deshalb über ihre persönlichen Ansprüche und Gewohnheiten im Klaren sein – wo wird besonders viel Strom benötigt? „Im Zweifel ist es besser, die eine oder andere Steckdose mehr einzuplanen – das kostet nur wenige Euro zusätzlich und ermöglicht mehr Komfort und Sicherheit bei elektrischen Anwendungen,“ so Zander.

Mehr Steckdosen für mehr Sicherheit

Außerdem empfiehlt die Initiative den Einbau von Installationsrohren, durch die sich später ohne erneute Stemm- und Verputzarbeiten weitere Leitungen ziehen lassen. Keinesfalls sollte der Standard unter der Mindestausstattung nach DIN-Norm 18015 angesetzt werden. Eine gute Planungshilfe sind die 1-, 2- und 3-Sterne-Ausstattungswerte nach der Richtlinie RAL-RG 678. Diese sieht etwa für eine mittlere Ausstattung in der Küche zehn Steckdosen vor, die über der Arbeitsfläche als Zweifach-Dose ausgeführt sein sollen. In einem bis zu 20 Quadratmeter großen Wohnzimmer sind acht Steckdosen das Minimum für zeitgemäßen Standard.

Belastungsgrenze unbedingt beachten

Wer dennoch eine Steckdosenleiste einsetzen muss, für den hat ELEKTRO+ folgende Tipps: Auf ein dickes Anschlusskabel und das VDE-Prüfsiegel achten und am besten auf die Angebote von Markenherstellern zurückgreifen. Keinesfalls mehrere Steckdosenleisten hintereinander schalten. Das stellt eine erhebliche Gefahr dar, denn die Wattzahlen der angeschlossenen Geräte addieren sich. So kommt es schnell zu einem sehr hohen Stromfluss, der die zulässige Belastungsgrenze der direkt hinter der Wandsteckdose geschalteten Steckdosenleiste übersteigt.

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