Für Briten, Niederländer oder Skandinavier ist es selbstverständlich – das eigene Heim. Anders sieht die Situation dagegen in Deutschland aus. Zwar hätten 89 Prozent der Deutschen gerne Wohneigentum, doch tatsächlich besitzen nur gut 40 Prozent Eigentumswohnung oder Haus. Vor allem finanzielle Gründe halten viele davon ab, Wohneigentum zu erwerben. Oft fehlt es an ausreichendem Eigenkapital. Dabei gibt es mit dem so genannten Wohn-Riester seit 2008 eine weitere Möglichkeit zur Finanzierung von Wohneigentum.

Förderung ohne Einkommensgrenzen

Beim Wohn-Riester kann im Vertrag angespartes Kapital zum Bau oder Kauf einer Immobilie, die selbst genutzt wird, eingesetzt werden. Sparer, die bereits riestern, dürfen seit 2010 außerdem das angesparte Kapital komplett für den Kauf oder Bau einer selbst genutzten Immobilie entnehmen. Vor allem junge Familien will der Staat mit der neuen Eigenheimförderung auf dem Weg ins eigene Heim unterstützen. Wer rechtzeitig anfängt, kann bis zu 50.000 Euro bei der Finanzierung sparen, wie die Stiftung Warentest errechnet hat.„Dennoch halten sich beim Thema Wohn-Riester hartnäckig Fehleinschätzungen“, so LBS-Finanzierungsexperte Christian Schröder. Zum Beispiel, dass Wohn-Riester kompliziert sei. Dabei genügt es zu wissen, dass es keine Einkommensgrenzen gibt – das macht Wohn-Riester auch für Besserverdienende attraktiv –, dass Zulagen gewährt werden und dass es oft zusätzlich eine Steuererleichterung gibt. „Ein gutes Finanzinstitut kümmert sich um alle Formalitäten und fragt rechtzeitig nach, ob sich beispielsweise das Einkommen geändert hat. So geht kein Euro Förderung verloren“, erklärt Schröder weiter. Viele unterschätzen die eigene Förderung auch beträchtlich – teilweise um mehrere Hundert Euro im Jahr: Eine vierköpfige Familie erhält zum Beispiel Zulagen von bis zu 908 Euro.Auch muss die Förderung im Falle eines Verkaufs nicht zurückgezahlt werden, wenn man innerhalb von vier Jahren mit den geförderten Mitteln eine neue Immobilie kauft und selbst einzieht. Zwar ist es richtig, dass alle Riester-Produkte in der Auszahlungsphase besteuert werden, doch fallen bei Wohn-Riester im Ruhestand in der Regel lediglich zwischen 40 und 60 Euro monatliche Steuern an. „Ein Bruchteil dessen, was ein Wohneigentümer an Miete spart“, verdeutlicht der Experte.
(epr)

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